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Worum es geht
Florian Sitzmann ist Autor, Redner, Leistungssportler – und sitzt seit seinem 15. Lebensjahr im Rollstuhl. Nach einem schweren Motorradunfall auf der Heimfahrt aus Holland verlor er seinen Unterkörper. Was danach kam, ist keine Geschichte über Verlust, sondern über Entscheidung.
In dieser Folge erzählt Flo, wie er in einer Intensivstation feststellte, dass er leben will – und was ihn da durchgetragen hat. Lars und Silvio fragen nach, was andere nicht fragen würden: Hatte er je einen Moment, wo er nicht mehr wollte? Wie ist er finanziell durch das Leben gekommen? Und was bedeutet Resilienz wirklich – nicht als Buzzword, sondern als gelebte Haltung?
Dazu gibt es schwarzen Humor, eine Krankenschwester namens Simone, eine dreirädrige Harley und die ehrlichste Antwort auf die Frage, warum das Leben mit fast 50 nicht lang genug ist für alles, was Flo noch vorhat.
Eine Folge, nach der man seine eigenen Probleme kurz in die Schublade legt.
Das Gespräch zum Nachlesen
> Maschinell transkribiert (lokal, faster-whisper). Vor Verwendung als Fakt gegenlesen.
00:00Hallo zusammen, heute haben wir mal was zu flüstern, nämlich wir brauchen ein wenig eure Unterstützung, der Podcast wächst. Wir haben jetzt ein Jahr hoffentlich tollen Content für euch geliefert und alles Gute zum Geburtstag, alles Gute zum Geburtstag und ja, wir würden uns freuen, wenn ihr den Podcast etwas supporten würdet, wenn
00:18jemand Like da lasst, wenn ihr unsere Sachen teilen würdet, auch auf Spotify hilft uns zu kommentieren, eine Bewertung da zu lassen und so können wir einfach weiterhin so coole Menschen in den Podcast holen und für euch hoffentlich ein schönes Hörerlebnis bieten.
00:33Gerne könnt ihr uns auch sagen, wenn ihr gerne mal im Podcast hören oder sehen wollt, dann würden wir auf denjenigen zugehen und wir wollen euch natürlich Mehrwert liefern, dass ihr den Podcast gerne hört.
00:43Wir sind sehr interessiert, welche Themen euch noch interessieren würden, wir sind frei, wir können über alles sprechen und es macht uns unglaublich viel Spaß und vielen Dank für alle, die uns darauf ansprechen und bedanken, dass es diesen Podcast gibt.
00:54Und jetzt viel Spaß mit der Folge.
01:13Ja, herzlich willkommen bei Chefgeflüster, bei Lars und Silvio in unserer neuen Location. Man könnte aber auch sagen, herzlich willkommen bei Tour and a Half Man, ihr kennt einer, die seht, der ist cool, ja, du bist ja, du hast ja auf deinem Bus ausdehnt.
01:38The Half Man, also herzlich willkommen bei Tour and a Half Man, aka Chefgeflüster, bei Lars und Silvio. Wir haben einen ganz besonderen Gast heute hier, der relativ spontan auch in den Podcast gekommen ist, danke an der Stelle, Florian Sitzmann, aber lieber Flo genannt.
01:54Du darfst doch mein Bürger nicht den ganzen Namen machen, denn...
01:56Also einfach mal den ganzen Namen Florian Sitzmann, der halbe Mann unter dem Synonym kennt man dich, mir gegenüber sitzt mein verdammt guter Podcast-Partner, Jason Statham, aka Lars...
02:08Zieh ich aus wie Jason Statham, sagt er immer, hab ich mal gesagt, der sieht so ein bisschen im Profil aus wie Jason Statham, denkt ihr mal den Bart weg und ne Glas riecht, sieht original aus wie Jason Statham, aber egal.
02:17Na ja, Florian, schön, dass du da bist mein Lieber, schön, dass du den Weg hierher gefunden hast, ich glaube, es ist ein Heimspiel für dich, oder?
02:23Absolut, ja.
02:24Du wohnst in Rostow?
02:25Autofahrt, dreieinhalb Minuten.
02:27Dreieinhalb Minuten, ja.
02:27Das Gebäude ist mir auch schon bekannt, ja.
02:29Ja, wie findest du die neue Location, die so in Summe insgesamt?
02:34Also du willst ja eigentlich hören, dass ich den Boden pornois finde und die Wandablage hier, die Betonoptik an der Wand.
02:41Ne, super.
02:42Vor welcher Firma war die nochmal?
02:43Ich glaube, ich habe hier so ein Prospekt schon aufs Auge gedrückt bekommen von Renovos.
02:47Shout out an Renovos.
02:49Die sind ja, glaube ich, in Dieburg, haben die hier ein Showroom, hab ich gesagt, langsamer.
02:52Da können wir noch einen Anschluss noch mal hinfahren, ja, Show-Notes und so.
02:56Ne, also ich kenne das Gebäude, ich habe es quasi mit entstehen sehen, weil meine lieben Freunde Andi und Uli, die beiden ja hier, ihr Landlädchen betreiben im Merkgeschoss und auch noch ganz viele andere Sachen, hier werden Skis schliffen, hier ist eine Muckibode drin.
03:11Und hier ist eben auch der Chefgeflüster-Podcast, bei dem wir uns heute hier austauschen.
03:16Herzlich willkommen.
03:17Darf ich dir direkt was sagen, was ich gedacht habe, als ich so mich mit dir beschäftigt habe?
03:22Florian Sitzmann.
03:24Der Nachname Sitzmann ist ja irgendwie ein bisschen speziell so.
03:28Programme sozusagen, ne?
03:30Genau, sagen viele Leute noch einmal.
03:32Mein Nachname ist Programm und ich bin in der Tat auch in diesen Namen reingeboren worden, ja.
03:37Also man sieht ja kein Künstlernamen oder so.
03:38Ne, ist kein Künstlernamen.
03:40Also man sieht es jetzt nicht im Podcast.
03:42Du sagst mit den Menschen, vergessen Sie sich, vergessen das, wenn Sie sich mit dir unterhalten.
03:46Also du hast keine Beine.
03:48Neben den ganzen Scherzen, die du gerade gebracht hast, der halbe Mann ist irgendwie dann auch dein Motto, was du sagst, glaube ich.
03:55Ja, gut, es ist halt damals entstanden, als ich 2008 mein erstes Buch geschrieben habe und überlegt habe, wie ich das nenne.
04:04Also da war ich noch nicht so ganz in diesem Thema drin so ein bisschen.
04:07Ich habe hier und da schon mal meine Story erzählt vor Publikum und so, hat mir auch viel Spaß dabei.
04:13Und saß dann, die kleine Vorgeschichte ist, ich hatte mich kurz zuvor von meiner ersten Frau getrennt.
04:20Saß dann im Winter in der Wochenendwohnung meines Vaters in Eberstadt.
04:26Ah, lass hier in der Ecke.
04:27Erster Stock, kein Aufzug.
04:29Ich bin dann immer auf Händen hoch gelaufen mit meinem Trekking-Rucksack, in dem sich der Supermarkt-Einkauf befand.
04:35Kannst du auf Händen laufen, dann?
04:36Ja, also mit Geländer und so.
04:39So kurz ist mein Oberkörper jetzt nicht, dass er komplett frei in der Luft hängen kann.
04:43Und krass lange Arme und riesige Hände.
04:45Ich habe schon ein Watz.
04:46Ich habe gleich immer gelangt, wenn es blöd wird.
04:49Also wirklich, Hände wie Bratwannen, also da ist meine Hand drin verschwunden.
04:53Ja, meine Hand ist so groß wie die Hand vom Wladimir Klitschko, den haben wir auch mal getroffen.
04:57Das war eine Stelle gegeben.
04:58Nein, wir haben uns die Hand gegeben und haben uns auch an den Arm genommen und so.
05:01Das ist so ein Ding, wenn du einen Schraubstock hast, dann saß da einfach Flo, halb mal kurz.
05:05Du kannst es dann mal eben in die Stuhlzeit.
05:07Nee, mache ich alles genau.
05:08Und da habe ich gesessen oben im Winterslachschnee und habe ich mein erstes Buch geschrieben.
05:13Und dann habe ich überlegt, was mache ich da mit diesem ganzen Thema da und so.
05:16Und dann habe ich gedacht, ja, vielleicht der bewegte Mann.
05:19Ich habe gesagt, nee, das gibt es ja schon als Film, ist mir dann eingefallen, kann ich nicht machen.
05:23Und irgendwie habe ich dann gedacht, ich könnte auch einfach ein halbes frontales Foto von mir nehmen
05:28und das einfach der halbe Mann nennen.
05:29Weil ich bin ja quasi horizontal getrennt und so ist das entstanden.
05:34Und daraus ist quasi auch meine Marke entstanden.
05:36Die letzten letztendlich eigentlich 34 Jahre habe ich jetzt daran umgebastelt,
05:41solange ich schon auf vier Rädern unterwegs bin und ja 34.
05:46Das heißt dein, um da vielleicht von vorne anzufangen, du bist wie alt?
05:52Unverschämter hat jemanden zu fragen, wie alt bist du?
05:57Du hast, glaube ich, dein Umfall mit 20 gehabt.
06:00Nee, ich war etwas jünger noch.
06:02Unfall war 1992.
06:04Ich war damals 15, 15.
06:06Eine Woche später, dann, als ich aus einem künstlichen Kommen aufwachte, war ich 16.
06:10Genau in meinem 16. Geburtstag aufgewacht.
06:13Magst du erzählen oder ist es dir, du hast wahrscheinlich sehr oft erzählt,
06:16magst du unseren Zuhörende mal erzählen, dass das passiert ist, dass du da unter Körper verloren hast?
06:20Ich erzähle das ja sowieso regelmäßig, nicht nur im Podcast, sondern auch auf
06:25mein Veranstaltungen oder bei Fernsehbeiträgen und so weiter.
06:28Ich habe mich ja für den öffentlichen Weg auch deswegen mal entschieden, weil ich
06:31gemerkt habe, dass ich gerne Menschen unterhalte und auch Menschen gerne bewege
06:36mit dieser Unterhaltung, also vielleicht auch provoziere, dass die über was
06:40nachdenken, über das vielleicht in der Regel nicht so gerne nachdenken, weil sie
06:44sich ganz gerne in ihrer Komfortzone befinden.
06:47Das wollen wir alle erst mal.
06:48Wir sind ja faul grundsätzlich erst mal und wenn es anstrengend wird,
06:53dann geht es immer raus aus der Komfortzone.
06:55Also insofern ist es überhaupt kein Problem für mich.
06:58Also ich war damals in den Anfang der 90er unterwegs
07:03als Sozius auf einem Motorrad mit meinem damals ersten Beifahrer.
07:08Hinten drauf, ja, genau. Motorrad oder war das noch 105er?
07:11Das war ein Motorrad.
07:13Der Kollege war vier Jahre älter als ich.
07:17Er durfte also auch schon was Großes fahren.
07:20Und ich war zwei Wochen vor dieser Fahrt mit meiner Klasse,
07:23Anfang der 10. Klasse unterwegs auf Abschlussfahrt in Holland.
07:27Das war natürlich erst mal toll.
07:29Wir waren damals alle schön am schmuggeln.
07:34Kinder macht sowas nicht.
07:35Also raus piepsen die gleich. Keine Drohung, kein Alkohol ist alles Scheiße.
07:41Und ich habe da in Holland in so einer Sportjugendherberge an der Bars
07:45eine blonde Holländerin kennengelernt.
07:46Wie soll es auch anders sein?
07:47Die großen Geschichten und die Wegesgablungen haben eigentlich immer
07:51was mit Frauen zu tun.
07:53Wenn die Welt untergeht, dann war eine Frau dabei.
07:57Kurz vorher zumindest, weil der Mann dann Scheiße gebaut hat.
08:01Dann wollte ich zwei Wochen später dann noch mal hin, weil ich die so ratten
08:04scharf fand. Ja, ich bin ein Kumpel gesagt, hier pass auf, wir machen
08:08Wochenend Trip, wir fahren dahin.
08:09Mein Motorrad, ich hock mich hätten drauf und so gebe ihm.
08:12Und von hier gestartet?
08:13Von hier fährst du zwei Stunden oder zweieinhalb, drei Stunden?
08:16Hast drei Stunden.
08:17Nee, das Ding war super langsam.
08:19Ich glaube 130, 140 gefahren.
08:23Das war auch nichts Besonderes.
08:24Es war einfach so ein kleiner Drecksbock.
08:27Das war nicht was Geiles, war super.
08:30Ja, und dann sind wir da halt nach Stunden angekommen.
08:33Die war natürlich dann nicht da. Klar, da auch wieder der Klassiker.
08:37Freitags nach der Schule direkt hingebraust, abends waren wir da.
08:40Und dann sind wir halt einfach trotzdem an die Bar und haben uns da
08:45einen gegönnt.
08:47Und dann war das halt Samstag und dann sind wir da rumgefahren
08:50und haben die Gegend angeschaut.
08:52Ich bin quasi da als Kind in den Sommerferien
08:54auch aufgewachsen in dieser Region um das Eisenmeer herum.
08:58Zehn Jahre oder sowas.
09:00Bestimmt. Jetzt hat man mir gesagt, hör auf an dem Scheiß Kabel rum.
09:04Ich nehme mal den Stiftin, ich komme nicht da rum mehr.
09:08Okay, und ja, ich kannte mich da aus.
09:12Wir fahren auch dieses Jahr in der Tat wieder mit unseren Kindern dahin.
09:14Was ist da so die nächste größere Stadt?
09:16Ist das so bei Maastricht?
09:18Nee, das ist alles rund ums Eisenmeer herum.
09:21Also, es gibt auf der ganz oben ist Warkum als Hafen.
09:25Dann gibt es rechts Lämmer auf der linken Seite.
09:28Ruhm ist der Abschlussdeich Richtung Nordsee.
09:30Also schon ein Stück.
09:32Ja, das ist schon über Amsterdam und da muss schon ein bisschen da.
09:35Bei Maastricht war ja da immer so direkt nach der Grenze Aachen.
09:37Irgendwie, da sind sehr früher alle hingefahren.
09:39Da musst du noch ein bisschen weiter.
09:41Genau, um da Klassik rauf.
09:43Ja, nee, nee, das war da jetzt gar nicht.
09:46Also, wunderschöne Gegend.
09:47Ja, auf jeden Fall war das ein Wochenend-Trip.
09:49Und wir haben uns sonst gut gehen lassen
09:51und haben dann auch Samstagabend nochmal schön eingehoben.
09:54Sonntag war ja Rückreisetag
09:55und wir sind dann viel zu spät aufgewacht.
09:58Es hat auch geregnet an diesem Sonntag dann.
10:01Der Rest der Tage war schönes Wetter.
10:03Und wir mussten dann nach Hause, ja.
10:04Wir haben verpendet, es war schon Mittag.
10:06Es war schon viel zu spät für den Morgenkabel.
10:08Wie war dir geschlafen im Hotel?
10:09In der Jugendherberge.
10:10Haben wir übernachtet der Jugendherberge.
10:12Und dann sind wir halt einfach hopp, weil die Hopp los, zurück.
10:16Ich musste am Montag wieder in die Schule.
10:18Der Kollege musste auch wieder zur Arbeit.
10:21Und ja, dann ging es halt los.
10:24Und dann hat das Stunde um Stunde gedauert.
10:26Es war sehr anstrengend.
10:28Wir sind dann auch quasi in die Dämmerung reingefahren.
10:31Im Regen, oder?
10:32Im Regen, die ganze Zeit.
10:33Komplett durch Nespis auf die Unterhose.
10:36Kollege vorne dran erschöpft.
10:37Ja, das war alles schwierig.
10:39Habst du schon so ein komisches Bauchgefühl?
10:41Hat irgendwas in dir schon?
10:42War es einfach wie Gibby nach Hause?
10:44Ja.
10:45Du bist halt in dem Alter unsterblich.
10:47Also machen wir uns mal nichts vor.
10:49Wenn du 14, 15, 16 bist, da hast du keine Angst.
10:51Da bist du unsterblich.
10:52Wenn ich überlege, wo ich schon überall mitgefahren bin in dem Alter,
10:55da würde ich heute, da würde ich
10:57anfangen zu rollen, wenn meine Kinder das machen würden.
10:58Ich kann sagen, wenn die Kinder die Kinder haben.
11:00Du bist in dem Alter eigentlich unsterblich.
11:01Dir kann nichts passieren.
11:02Du bist ready und...
11:04Ja, ich war damals halt auch schon ein Koffer her.
11:06Mit 15, 2 Meter, 4 groß.
11:09Ja, ja, so das...
11:11Ja, das war schon eine gute Anlage so.
11:13Deswegen auch die großen Hände und so was.
11:16Ja, gut, und dann sind wir halt nochmal an die Raste gefahren.
11:19Bad Kreuz nach Wardes auf der A61.
11:21Das ist ja fast zu Hause.
11:22Genau, das war auch das Problem, weil wir gedacht haben,
11:25komm, 80, 3 Viertelstunde, die fahren wir jetzt noch nach Hause.
11:27Völlig am Ende so, der Kollege hätte sagen müssen,
11:30als viel älterer und auch der Fahrer, wir lassen uns abholen.
11:34Ich bin müde.
11:35Ich bin erschöpft, ich kann nicht mehr.
11:37Hat er aber nicht gemacht.
11:39Und dann sind wir halt beim Auffahren auf die Autobahnen.
11:42Sind wir dann, ja, wegen seinem Fahrfehler,
11:45einfach zu weit nach links gefahren, auf den Beschleunigungsstreifen.
11:48Und dadurch, dass es halt dunkel war, die Gist spritzte dann hoch,
11:52seit immer noch geregnet.
11:54Das war auch schon ziemlich spät.
11:55Also, wir haben uns, glaube ich, schon weit nach 22 Uhr bewegt, ja.
12:00Und ich meine, wir müssen uns auch vorstellen,
12:02das war eine Zeit, 1992, da gab es im Grunde noch keine Handys.
12:06Da war ich zehn Jahre alt.
12:08Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen, ja.
12:09Genau, das kann man sich kaum vorstellen.
12:11Da gab es noch keine Handys.
12:12Bist du zu so einer, zu so einer, wie heißen diese Dinger da?
12:16Ja, Notrufsoil.
12:17Die gab es immer alle 200 Meter oder alle Kilometer oder so, ne?
12:22Weiß ich jetzt nicht genau, aber es war damals halt so,
12:25ich muss noch mal kurz zurück.
12:26Wir sind dann da eben aufgefahren, der ist zu weit nach links.
12:29Und dann kam von hinten so ein 20 Tonner, so ein LKW mit Anhänger,
12:33der uns auch nicht sah wegen dieser sperrlichen Kackbeleuchtung
12:35an diesem Bock her.
12:37Und der hatte auch keine Chance.
12:38Der hat einfach auf seinem Bock gesessen und fuhr geradeaus.
12:41Und der ist dann halt einfach weiter geradeaus gefahren.
12:45Und wir sind dann quasi in den LKW rein.
12:47Seitlich, oder was?
12:48Ja, seitlich, ja.
12:49Und unter den LKW gekommen?
12:51Nee, der Motor, also der LKW hat mich hier an der Schulter erwischt.
12:54Das Motor hat es dann nach rechts umgefallen.
12:57Der Kollege über den Lenker geflogen Richtung Grünstreifen, also Safe.
13:01Ja, und ich hab mich gedreht und bin unter den Laster geflogen.
13:04Unter den Laster und der ist über deinen Unterkörper gefahren,
13:06ja, über die Oberschenkel drüber gerollt.
13:08Über die Oberschenkel, ach du, ich krieg gerade so froh sein,
13:11dass du noch lebst.
13:12Ja, es ist auch ein Wunder.
13:14Was ich mich schon immer gefragt habe in so einer Situation,
13:18spürt man den Schmerz?
13:20Nein.
13:21Gar nicht?
13:22Nein.
13:22Bist du unter Schock dann quasi?
13:23Der Körper schüttet sofort alles aus, was er produzieren kann.
13:26Du hast, du spürst da gar nicht.
13:27Voll auf Droge.
13:28Komplett, ja.
13:29Also so einen Zwei kannst du dir Frankfurt am Bahnhof wahrscheinlich mal holen.
13:33Ja.
13:34Wie dein eigener Körper produzieren kann.
13:35Also, du hast, ich hab natürlich, ich war wach, ja,
13:37ich hab nur die Augen zu gehabt, ich hab gemerkt, Scheiße, irgendwie.
13:40Fliegt gerade alles umher, meine Gliedmaßen, da rumpelt's, ja.
13:44Und dann war es still.
13:46Das war alles wieder ruhig.
13:47Es regnet immer noch.
13:49Ich lag mitten auf der Autobahn.
13:51Die Lkw ist weitergefahren?
13:52Nee, der ist sofort angehalten.
13:55Hab sofort angehalten.
13:56Der hat dann im Seitenspiegel quasi so ein bisschen Funkenflug noch irgendwie gesehen.
14:00Vor Motorrad.
14:01Vor Motorrad, genau.
14:02Und hat dann angehalten, sofort war ein Blinkeranzack.
14:05Der Lkw, der hinter ihm fuhr, eine ganze Strecke hinter ihm,
14:08der hat das auch realisiert.
14:10Gott sei Dank, weil ich lag ja mitten auf der rechten Fahrschuhe,
14:14auf der Autobahn.
14:15Also, wenn der das nicht gerafft hätte, dann hätte man sofort...
14:19Nee.
14:20Also, quasi dann so diese inneren Verletzungen, die du hattest?
14:23Ja, auch, ja, ja.
14:24Gut, ich will jetzt nicht, dass es eklig wird.
14:27Aber mein Bauch war ja aufgeplatzt,
14:29wie so eine Bockwurst, die zu lange im Wasser liegt.
14:31Wirklich?
14:32Ja, das hab ich nicht gesehen, aber das hab ich mir später erzählt.
14:36Und da lag ich dann halt erst mal eine ganze Weile rum.
14:39Warst aber bei Bewusstsein?
14:41Ja, ich war wach, die ganze Zeit.
14:42Was ist mit deinem Kollegen passiert?
14:43Ich hab mir die Brille abgenommen, den Helm abgenommen.
14:46Dann gedacht so, Scheiße, was ist denn das jetzt hier?
14:48Ich bin da so ein bisschen so rum.
14:50Ich hab gedacht, ist irgendwie alles weich, weich, wie Pudding so.
14:54Kein Schmerz, nichts.
14:55Zwar alles weich, ich hab nichts weh getan.
14:57Konntest du natürlich nicht aufstehen?
14:58Ich hätte aufstehen können, im Sinne von, ich stütze mich hoch.
15:02Da war aber gleich der LKW-Fahrer da und der Kollege und die haben gesagt,
15:05nee, nee, hier bleib liegen, du kannst nicht aufstehen.
15:08Weil die haben ja das hier gesehen, aufgeplatzt, da hängen die Därme raus.
15:12Nicht da, ja.
15:13Ja, es war schon so ein kleiner Horrorfilm, würde ich mal sagen.
15:17Also ich kann das heute ganz gut haben, weil ich hab's ja nicht gesehen,
15:20weil die mich ja davon abgehalten haben, dahin zu gucken.
15:25Ja, da lag ich dann, ich glaub, drei, vier Stunden.
15:28Unfassbar zu was der menschliche Körper in der Lage ist.
15:31Aber da müsste es doch verblutet sein auch eigentlich, oder?
15:33Nee, es war, da war kein Blut zu sehen in dem Sinne, also haben die mir gesagt.
15:38Hast du für den Glück hast, dass das so abgetragen wurde?
15:40Ja, und dann kommt jetzt halt die Nummer 1992 kein Handy,
15:43weil dann ist da einer zur Rasse zurückgerannt und hat mal schön die
15:48Wählscheibe benutzt, so ungefähr, und hat dann gesagt,
15:51wir haben hier ein Problem, wir schicken mal ein, ja.
15:54Dann kam der RTV auf der anderen Seite der Autobahnen angefahren,
15:57ist erst mal an der Unfallstelle vorbeigefahren wegen der
16:01ungenauen Ortsangabe.
16:02Hast du das mitbekommen?
16:03Nein, das haben die mir später erzählt.
16:06Aber du warst bei Bewusstsein, aber du hast wahrscheinlich ...
16:08Ja, ich war die ganze Zeit wach, ja.
16:10Du hast wahrscheinlich durch den Adrenalin stoßt, dann quasi einfach,
16:13wie in so einem Film.
16:14Ja, ja, also ich hab die Leute gesehen, ich hab den LKW-Fahrer gesehen.
16:20Daniel heißt der übrigens, ja.
16:22Also wir könnten uns jetzt drei Stunden über alles unterhalten.
16:25Wir kriegen gleich die Kurve, aber ...
16:27Und dein Kumpel?
16:28Der Kumpel war auch da, der war natürlich auch ...
16:30Kreide Weiß, der war der Schock ins Gesicht geschrieben, ja.
16:34Nix.
16:35Nee, der hat den Schock, der ist aufgestanden und ist dann später nach Hause gelaufen.
16:38Habt ihr Kontakt heute noch?
16:40Ist ein anderes Thema, machen wir später.
16:42Da war jetzt auch tatsächlich meine Frage, ob du sie im Übel genommen hast.
16:45Nein, das nicht.
16:47Das erzähle ich auch auf meinen Veranstaltungen, weil ich
16:50glaube immer auch unterbewusst am Anfang und heute
16:5334 Jahre danach, sowieso, schon längst abgeklärt,
16:57mit dem ganzen Thema,
16:59damals aber auch schon gewusst habe, dass mir das gar nichts bringt.
17:01Warum soll ich dir das sagen?
17:02Das weiß der selbst.
17:04Das prägt mir nichts.
17:05Ich hab damals schon, also mit der Erfahrung von heute an damals gedacht,
17:10sag ich heute, ich hab damals meine ganze gute Energie gebraucht,
17:14um mich wieder auf die Beine zu stellen.
17:16Ja, klar.
17:18Ja, ich musste alles gebündelt in eine Schale legen.
17:21Von außen abziehen?
17:22Ja, das hat mich überhaupt mich interessiert.
17:24Ich war froh in der Anfangszeit, dass der Dama das nämlich supportet hat.
17:29Und alle anderen, die da waren, auch.
17:32Aber ansonsten war ich bei mir.
17:34Gut so.
17:36Da kann man schon was mitnehmen.
17:37Konzentriert und ja.
17:40Wahnsinn.
17:42Ich bin selten sprachlos, aber die Geschichte, die berührt mich echt total.
17:45Und dann kam dann irgendwann, also ich denke auch gerade drüber nach,
17:4992 war ja die Technik, die Medizin und so weiter.
17:52Auch das ist nicht zu vergessen, ja?
17:54Also in 30 Jahren ist natürlich die Medizin das ist ja auch ein Quantensprung gewesen.
17:58Mich würde dann auch interessieren,
18:00es ist vielleicht ein bisschen vorgegriffen, mich interessiert dann auch immer,
18:03hätte man 2026 deinen Unterkörper retten können?
18:07Nein, auch nicht.
18:08Da war nicht viel übrig.
18:09Das Problem war nicht die Knochenverletzung, sondern die Gefäßverletzung.
18:13Wenn du mit all deiner Kraft auf den Schnitzel haust, mit nem Hammer,
18:18dann sind die Fasern kaputt.
18:20Und so sind auch die ganzen Blutgefäße etc.
18:23Nach 20 Tonnen von oben ist es kaputt.
18:26Das war das Problem, die Knochen, die kannst du flicken.
18:30Da kannst du noch Titanen reinbasteln.
18:32Ich war es alles sehr, da gibt es ja schon Möglichkeiten, aber das war unmöglich.
18:37Okay, du bist dann quasi abtransportiert worden nach langer Zeit?
18:40Ja, ich wusste, ich habe noch mitgekriegt, wie sie mich,
18:42wie sie mir die Klamotten aufgeschnitten haben so.
18:44Und auf die auf die Bare quasi rein in den Wagen.
18:49Hat der Kollege noch, das war das Schiff,
18:52ich halte jetzt meine Finger einfach mal ruhig.
18:53Ich bin so ein Happel, ein Zappelwein hier.
18:55Ruhig stehen, stiffen, nur das Kabel werben.
18:57Ich mache mir den Kabel nix mehr.
18:59Der Schade, wenn wir deine Engels gleiche Stimme nicht mehr hören würden.
19:02Ja, ja, super. Schätzlein.
19:05Weißt du, ich streng mal einen Kaffee heißen.
19:08Liebe diesen Humor.
19:09Wirklich, das ist so gerade so konträr zueinander, diese Geschichte.
19:12Aber dann noch dieser...
19:13Wenn du das so erzählst, macht das was mit dir?
19:16Also macht das noch etwas mit dir?
19:17Ich meine, es ist wahrscheinlich...
19:19Also nix schlechtes kann ich an der Stelle mal sagen.
19:21Nein.
19:21Ich weiß, wenn ich euch das jetzt so erzähle, ich bin in der Situation.
19:25Klar.
19:26Ich bin sofort da drin, ich weiß genau, wie es da aussah.
19:29Ich weiß, wie dunkel das war, ich weiß, wie nass das war.
19:31Nach all den Jahren noch.
19:32Ich weiß, ja, gut, das liegt natürlich wahrscheinlich auch daran,
19:35dass ich halt irgendwann angefangen habe, das zu erzählen.
19:37Ich weiß nicht, wie viel Tausendmal ich das schon erzählt habe.
19:40Ob das jetzt Ärzte, Krankenschmester und Freunde sind, Publikum.
19:44Die Frage ist, hat du dich dann im Drama drehst
19:46oder ob du das vielleicht als Terarchie sogar benutzt,
19:49darüber zu sprechen, damit er zu gehen?
19:51Ich weiß nicht, ob ich das...
19:52Also heute nutze ich das ganz sicher nicht mehr als Therapie hier.
19:55Das ist eher so ein aufklärender, informativer...
19:59Dann bist du schon drüber hinaus?
20:00Ja, das ist schon...
20:01Ach, das ist schon ewig her.
20:02Krass.
20:03In meinem ersten Buch habe ich mal geschrieben
20:04und da stelle ich auch heute noch zu,
20:05dass es ungefähr drei Jahre gedauert hat,
20:08um für mich mit dieser Situation zurechtzukommen.
20:12Zum einen diese neue körperliche Situation.
20:14Ich meine, wir sind ja jetzt alle kein einmal voller Schnecken.
20:18Was es jetzt bedeuten soll.
20:19Wir sehen ja alle irgendwie geil aus, ja?
20:21Wir sind sehr zu bewusst.
20:22Geile Stück.
20:23Wir haben ja alle irgendwie auch noch Frauen abgekriegt,
20:26weil die uns wollten.
20:29Und nee, wir sind ja so einfach...
20:32Du wirst schon was ich meine, zum Eingangsthema von vorhin,
20:35was wir hier nicht reinschneiden, weil es nicht jugendfrei ist.
20:39Ist aber alles völlig okay
20:42und damit musste man zurechtkommen mit dieser neuen Körperlichkeit, ja?
20:45Hast du manchmal gedacht, ich hasse mein Leben,
20:47ich kaufe mir eine 45er gehaltene Dienstgesicht?
20:51Oder ist das eine Frage, die dir so weit geht?
20:53Kannst du auch ehrlich sagen?
20:54Nee, nee, ist gar kein Problem. Du kannst mich alles fragen.
20:56Also, hattest du mal an einem gewissen Punkt, wo du gesagt hast,
20:58ey, scheiß drauf, ich mach jetzt Schluss.
21:01Hattest du das mal?
21:02Nein.
21:03Und Vorschläge?
21:03Ich sag dir auch, warum.
21:04Ein Grund war, ich lag am Anfang
21:06sofort nach dem Unfall hier auf Intensivstation.
21:08Ich glaube, zwei oder drei Monate.
21:10Ich hatte eine Krankenschwester.
21:12Ich hieß Simone.
21:13Wahrscheinlich heißt er auch noch Simone.
21:14Ich habe keine größte Simone.
21:16Ja, wenn du das wirst, Simone.
21:17Ich bin schon seit 30 Jahren auf der Suche nach dir.
21:21Und einem sonnengleichen Lächeln.
21:23Geil, wie alt war sie damals?
21:25Weil keine Ahnung, Blut jung, Bild hübsch, eine Ausstrahlung.
21:30Hättest du in Pakete packen können,
21:32jetzt für einen Millionvergaugung können.
21:34Die kam da in, das hat jeder,
21:36jeder hat so einen Menschen, ja?
21:38Nicht nur in seinem Umfeld im Alltäglichen, hoffentlich.
21:41Sondern auch, wenn du da irgendwo liegst, ja?
21:43Keine Ahnung, lag dich schon mal im Krankenhaus oder?
21:45Ja, siehst du, da gibt es irgendein Menschen,
21:48der dir besonders, er mir da sowas, gut getan hat, ja?
21:52Wäre ich nie wieder vergessen, ja.
21:53Ja, da habe ich auch viele Geschichten,
21:55wie du dir das vorstellen kannst.
21:56Ich lag ja auch schon auf dem Krankenhaus mit 70 OPs
21:59auf meiner Uhr.
22:01Willst du auch nicht haben, aber das ist auch wieder ne andere Geschicht.
22:04Aber drauf geschissen, Karl-Mann.
22:07Auf jeden Fall kam die Simone immer ins Zimmer rein.
22:09In der Anfangszeit, in der es mir wirklich sehr, sehr schlecht ging.
22:11Das war eine Zeit, wo ich nicht mal wusste,
22:13ob ich am nächsten Tag noch lebe.
22:16Ich war wach, ich konnte auf Salimonen steh,
22:18Pchenrunden lutschen, dass ich überhaupt mir irgendwas im Mund hatte.
22:21Ich lag ja nicht ein Jahr an der Dialyse, sechs Wochen lang,
22:24weil meine Nieren nicht mehr funktionieren hatten.
22:26Ich war voll wach, mein Vater hat im Zimmer geschlafen bei mir.
22:29Es war so eine richtig spezielle Situation.
22:31Hinter mir tausend Geräte, Pieps, Pieps, Pieps und so weiter.
22:34Schmerzen? Schmerzen des Todes.
22:36Hattest du da deine Beine noch?
22:38Nein, die Beine, als ich aufwachte,
22:40nach der Woche künstlich im Koma, waren die Haxen ab.
22:43Ich habe dir die berührende Geschichte da im Stern oder im Spiegel,
22:46wo dein Papa dann auch die Tränen gekommen war.
22:48Er musste ja, glaube ich, die Entscheidung stellen.
22:50SternTV.
22:51Er musste ja dann, glaube ich, sagen, okay, dann macht das jetzt so.
22:54Und das war für ihn ja auch voll der Schock.
22:56Der konnte gar nicht entscheiden.
22:58Das muss so sein.
22:59Es gab keine Ahnung.
23:00Aber er wurde, glaube ich, damit konfrontiert in diesem Moment
23:03und war natürlich zu Recht sehr überfordert,
23:05dass jetzt seinem Sohn die Beine abgenommen wurden.
23:07Aber du wusstest zu dem Zeitpunkt davon nichts.
23:09Die wurde auch nicht die Frage gestellt.
23:10Nee, erst mal noch nicht, nee, erst mal noch nicht.
23:13Ich muss sagen, ich habe gestern auch dieses SternTV-Thema gesehen.
23:16Und da gibt es eine Szene, wo dein Papa sagt, ich musste ihm das sagen.
23:19Es hat ihm so berührt, dass ihm die Tränen gekommen sind.
23:21Das hatte ich gemeint, genau.
23:22Mein Sohn ist vor zwei Wochen operiert worden.
23:25Das ist deine?
23:26Mein Sohn, ja.
23:27Warum?
23:29Das ist auch ein etwas spezielleres Thema.
23:30Okay, alles klar.
23:32Dann machen wir eine andere Folge zu.
23:33Genau.
23:34Das war eine fünfstündige OP und ich musste warten in der Zeit.
23:37Das heißt, ich habe in diesen fünf Stunden,
23:39zwei Jahre alt, habe ich auch was durchgemacht für mich.
23:42Ja, ja, kann ich verstehen.
23:43Und als dein Vater gestern in die Kamera das sagt,
23:45mit den Tränen in den Augen, auch jetzt erwicht es mich wieder voll.
23:49Das ist heute noch so.
23:51Das natürlich, also meine Brüder, die gehen damit gut um.
23:55Ich meine, die haben ja dann auch mal einen ganzen Werdegang mitbekommen.
23:58Wir dürfen nicht die Geschichte mit Simone vergessen, übrigens, gell?
24:00Ja, dann lass uns gleich nochmal anknüpfen.
24:03Weil mich interessiert ja jetzt der ganze.
24:05Die entscheidende Frage war ja gerade,
24:07hat dir das dann sagen müssen?
24:09Nein, die Frage war eine ganz andere.
24:11Die Frage war von dir, ob ich irgendwann einen Moment hatte,
24:14an dem ich nicht mehr wollte.
24:17So kam das.
24:18Und dann habe ich dir gesagt, ja, ich kann dir auch sagen, warum es denn nicht gab.
24:20Weil es ganz am Anfang schon ein Hinweis gab.
24:22Und das war eben unter anderem die Simone.
24:24Weil die kam da ins Zimmer rein.
24:27Die hat immer die Sonne mitgebracht.
24:29Da war einfach geile Laune Stimmung.
24:31Die war so bildhübsch.
24:33Das war so ein, ja, also meine Frau, meine jetzige,
24:35das war einfach die Göttin für mich.
24:37Das muss ich an der Stelle auch mal sagen.
24:40Wie heißt deine Frau jetzt?
24:42Annika, dann schöne Grüße, Annika.
24:44Ich habe das Mädchen aus Berlin.
24:46Ja, ich komme auch aus Berlin.
24:48Also Rand Berlin auf.
24:51Ganz ruhig.
24:53Guck an, der Silvio, aber das ist doch italienische Wurzeln.
24:55Nee, gar nicht, gar nicht.
24:57Du bist so ein Ostkind mit, das wirkt nur so.
24:59Pizza, Fungi, die ich gestern gegessen habe,
25:02das ist das einzige Italienische diese Woche.
25:04Wir haben uns immer gut verstanden.
25:06Die hat natürlich auch alles mit mir gemacht.
25:08Die hat mich versorgt und so weiter.
25:10Zauber gemacht auch und so.
25:12Die hat mich auch gewaschen und so was.
25:15Die war sehr dicht an mir dran.
25:17Das war aber überhaupt kein Thema für mich,
25:19weil ich konnte ja sowieso nichts.
25:21Ich konnte ja nicht mal den Kopf heben.
25:23Es war ja alles weg.
25:26Ich musste alles neu lernen.
25:28Du konntest auch, du warst auch am Oberkörper eingeschränkt?
25:31Ja, klar, wenn du da eine Woche liegst.
25:33Aber du hattest jetzt nichts mit deinem Unterkörper zu tun gehabt.
25:36Oder leidet motorisch der Oberkörper darunter, wenn ...
25:39Nein, erst mal gar nicht.
25:42Aber ich konnte gar nichts.
25:44Ich konnte mich nicht mal an dieser Triangel im Bett so hochziehen.
25:47Keine Kraft gehabt.
25:49Dann kamen sie halt immer wieder rein und die Sonne ging auf.
25:52Und ich habe gedacht, Alter, das ist der erste Hinweis.
25:56Also weiß ich heute, das Leben hat noch echt was für mich bereitgehalten.
26:00Da ist noch was.
26:02Du bist als 15, 16-jähriger junger Mensch.
26:05Nicht so bewusst, wie ich es jetzt sage, aber mir war klar so,
26:08ich will auf gar keinen Fall sterben.
26:11Es muss irgendwas ...
26:14Das kannst du meinen Vater auffragen in den ersten Wochen.
26:17Dann habe ich schon gesagt, hier, Vater, also ...
26:20Wenn ich mal einen Rollstuhl bekomme, dann muss der schwarz sein.
26:24Von oben bis unten muss der schwarz sein.
26:27Das hat dann auch bestimmt richtig Kraft gegeben.
26:30Du hast sein Hass zu sagen, es geht weiter.
26:34Ja, das könnte man Ihnen jetzt fragen, aber ich weiß, dass das so ist.
26:38Weil das ist ja bei allen Menschen, denen was Schlimmes passiert,
26:42die eine Wegesänderung in ihrem Leben erfahren müssen,
26:46die sie gar nicht selber wollten.
26:49Ist es ja so, dass sie einfach an den Punkt kommen müssen,
26:54an dem sie selber zünden und sagen, ich will das.
26:58Von der Woche habe ich angefangen abzunehmen,
27:01weil ich schlanker werden will.
27:03Ich habe zu viel Gewicht.
27:05Das ist das Gleiche, wie zu sagen, ich will eine Ausbildung beginnen.
27:09Ich möchte maurer werden, ich will keine Ahnung, was ich werden will.
27:14Ich wollte ja schreiner werden.
27:16Das war ja mein Traumjob.
27:18Mit den Händen kannst du auf jeden Fall Handhölzer schlagen.
27:22Ich bin so vorgestellt,
27:24ich habe das Leichenwäscher.
27:26Das ist tatsächlich ein Beruf mit Zukunft.
27:30Was ist Leichenwäscher?
27:32Bestatter, das wird ja auch nie aussterben.
27:35Ich bin noch ein bisschen bei Simone, ehrlich gesagt.
27:38Ich bin auch eher bei dem Leben.
27:40Dann kam die immer wieder rein, Woche und Woche.
27:44Das war das Highlight des Tages, wenn die da reinkam.
27:48Die hat gestrahlt und irgendwann kam die rein
27:51und ich dachte, Alter, muss ich ein geiler Typ sein?
27:54Das hat sie im Lotto gewonnen.
27:56Das war jetzt auch schon wieder ein kleiner Hinweis darauf,
28:00dass das Selbstbewusstsein auch nicht ganz verloren ging.
28:04Vielleicht war ich auch der Meister der Einbildung.
28:07Scheißegal, wenn ich das weiterbringe.
28:09Was hilft?
28:11Schmecke, sondern Werke.
28:13Schmecke, es muss wirken.
28:16Mehr hilft mehr, sagt er auch.
28:19Ja, genau.
28:21Und bis sie mir dann aber erzählt hat, dass sie bald heiraten wird.
28:24Das habe ich mir gedacht, ja.
28:26Und dann habe ich gedacht, scheiße.
28:28Das war dann das Ende mit Simone.
28:31Dann kam Marion.
28:33Aber das ist eine andere Geschichte.
28:36Es gab viele sehr liebenswerte Menschen,
28:40die mich getroffen haben
28:43und die mir auch viel Kraft weitergegeben haben.
28:47Es gab auch viele Ärzte in meiner Karriere,
28:52die immer wieder gesagt haben, wie man so was packen kann.
28:56Vor allem hier oben.
28:58Das war ein Wirbel nach oben.
29:01Das hat sich langsam nach oben gespult.
29:05Die erste Begegnung mit einer Ärztin war eine Psychologin.
29:10Die war bei dem Aufwand.
29:12Das war die erste Begegnung mit einer Ärztin.
29:15Die war eine Psychologin, die bei dem Aufwachen
29:18nach der Woche künstlich im Koma mit am Bett stand, mit meinen Eltern.
29:22Und die doch tatsächlich mit dem Satz auf mich zukamen.
29:25Herr Sitzmann, Sie sind jetzt in einer Lebenskrise.
29:29Okay, das ist ja sehr...
29:31Ton, du fragst dich so, what?
29:33Wer sagt mir das?
29:35Wir hatten ja hier in der aktuellen Folge
29:38den Seelsorger und Apostel Daniel Habicht.
29:42Den habe ich ja auch gefragt.
29:44Wenn so was Schlimmes passiert und bis jetzt Seelsorger.
29:47Ich frag mich, was könnte mir ein Mensch sagen,
29:50dass ich sage, so schlimm ist er dann doch nicht.
29:54Das Berufsfeld war verfehlt, oder?
29:56Sie sind jetzt in einer Lebenskrise.
29:58Das ist zu über 30 Jahre her.
30:00Vielleicht hat sich in der Materie etwas getan in der Lehre.
30:04Ich habe meine Mutter mit letzter Kraft.
30:08Ich konnte ja auch nicht richtig reden,
30:11dass ich dann gesagt habe, Mutter, schaff die hier raus.
30:14Sonst lerne ich gleich wiederlaufen.
30:17Ich hatte damals auch schon so eine Nummer.
30:20Aber das ist okay, weil es hat mich auch weit gebracht bis heute.
30:24Es ist nicht schlecht gewesen, das zu haben.
30:28Das hilft ganz oft auch anderen Menschen, wenn die auf mich treffen.
30:32Wenn ich die Chance für den zweiten Satz habe,
30:35dann brauchen die auch keine Berührungsängste zu haben.
30:38Dass ich mich da irgendwie mit meinem neuen Körper beschäftigen musste.
30:42Die große Herausforderung.
30:44Ich wollte damals in Darmstadt auch mal wieder bummeln gehen.
30:48Hat gerade irgendwie gelernt, Rollstuhl zu fahren.
30:5180 mal vorne rausgeflogen, 100 mal hinten rausgeflogen.
30:54Ärmchen wie so Spaghetti und so was.
30:57Ich war ja noch gar nicht bereit dafür,
31:00jetzt im Rollstuhl zu leben, geschweige,
31:03mich da selbst zu versorgen und alles zu machen und Auto zu fahren.
31:07In den Jahren, da noch gelernt habe,
31:09ich habe ja alles wilde gemacht, würde ich mal sagen.
31:12Entschuldigung, ich bin Alpine ski gefahren,
31:16ich bin Wasserski gefahren, wie der Teufel.
31:19Du bist auch Weltmeister in, wie nennt sich das, Armfahrrad fahren?
31:23Ja, ich merke, unsere Kollegen haben sich sogar vorbereitet.
31:27Ich bin auf den Namen genommen.
31:29Das heißt Handbike fahren.
31:32Handbike fahren.
31:34Man fährt mit seinen armen Fahrrädern.
31:37Ich hatte gerade einen kurzen, ich habe mir super informiert.
31:40Du hast ja schon ...
31:42Ja, im Moment sage ich ja, ich bin einfach ein bisschen zu fett.
31:46Die Tour, die ich jetzt gerade 22 gemacht habe,
31:50mit unserem lieben Freund Andi,
31:53von Hamburg bis nach Garmspaten Kirchen radeln,
31:56weil es der nächste Weg war.
31:58Wie viele Kilometer waren das?
32:00960.
32:02Mehr als eine Kaffeefahrt.
32:05Wie lange hat es gedauert?
32:07Keine Non-Stop-Fahrt.
32:09Das habe ich auch mal gemacht, aber ein bisschen weniger Kilometer.
32:13640.
32:15Ja, das ist gut.
32:18Es ist krass, wenn der Unterkörper fehlt,
32:21dass der Oberkörper so hart kompensieren kann.
32:24Ich finde an dir, es ist oft so, dass blinde Menschen
32:28eine besondere Fähigkeit haben, zum Beispiel eine besondere Stimme.
32:32Das sieht man ja auch bei dem blinden Opernsänger,
32:36Pavarotti, Andrea Roccelli.
32:39Das sieht man ja bei dir total,
32:41dass dein Oberkörper ist von da angerollt gekommen.
32:44Krass, nicht, dass er mir den Arm abreißt.
32:46Das heißt, aus dem kleinen Kind neben mir, also auch von der Statue.
32:51Ich habe mal eine Frage.
32:53Wenn du bei dem Thema Robotik und Prothesen und so weiter
32:56das in den nächsten Stufen machst,
32:58würdest du dir wieder Beine dranmachen lassen?
33:01Ich habe gar keinen Interesse dran.
33:05Man hat mir das damals angeboten, als es noch in den Anfängen war,
33:09das zu probieren, aber es war schnell klar, dass ich das nicht brauche.
33:13Ich hatte mal eine Prothese für vier Monate von der Kasse bezahlt bekommen,
33:17das war ein sogenannte Beckenkorb.
33:19Das ist wie ein Erdbeerkörbchen aus GFK, da setzt du dich rein,
33:24dann verschliesst du das mit Klett, dann hängt das an dir dran.
33:28Aber die kannst du nicht benutzen?
33:31Nein, die kannst du so nicht benutzen.
33:33Zum einen das, das ist eher für die Birne.
33:36Und du kannst damit auch nur so einen Durchschwungengang vollziehen,
33:40mit Unterarm-G-Stützen, also mit Krücken.
33:43Du musst dich immer wieder hochstützen,
33:46dann nach vorne schwingen, abstellen und die Krücken hinterherziehen.
33:50Das ist kein Laufen.
33:52Das sieht ja richtig blöd aus.
33:54Ich habe es auch gedacht, das ist für eine Verarschung.
33:57Ich habe doch nicht 2,4 Meter gezüchtet und dann unter 1,90 Meter.
34:01Dann habe ich die relativ schnell nach vier Monaten in die Ecke gestellt.
34:07Zurückgeblieben sind mächtige Arme, weil das Ding war scheiß schwer.
34:11Es hat über 10 Kilo gewogen.
34:13Und einfach die Erfahrung, dass ich das ein paar Monate gebraucht habe
34:17für meine Birne, damit die Leute in der Stadt,
34:20wenn sie mich im Rollstuhl fahren sehen,
34:22nur einmal hinkucken und denken,
34:25ich bin da im Rollstuhl, okay, weiter geht es.
34:28Nicht tausendmal hinkucken, weil man so krass hoch amputiert ist.
34:32Und das war es aber dann auch.
34:34Das wurde dann im Laufe der Zeit der teuerste Wohnzimmertisch,
34:38den eine Krankenkassier bezahlt hat.
34:42Ich habe das dann zusammengesägt,
34:44hatte dann unten so Rebok-Tourenschuhe auf diesen Kunstfüßen drauf,
34:48schwarze Reboks mit schwarzen Socken.
34:51Das war so ein metallisches Bein.
34:54Und dann oben drauf so eine Magoni-Blatte.
34:57Das war mein Kunst ein bisschen kreativer.
35:01Du hast einfach auch einen guten Horror zu diesem Thema entwickelt.
35:05Wie ging es dann weiter?
35:07Die Situation mit deinem Papa, der hat ja schon ein Thema für Papa,
35:11damit umzugehen und das zu sagen.
35:13Papa hat geholfen, dass du ihm nicht suggeriert hast,
35:17alles ist scheiße.
35:19Du bist ja ohnmächtig, du kannst ja nichts machen.
35:22Du kannst ja eigentlich, konnte er dir ja nicht helfen.
35:25Er konnte nichts tun, dass deine Situation besser wird.
35:28Du hast ihm großen Gefallen getan, indem du ihm schnell klargemacht hast,
35:32du Papa, das kriegen wir hin.
35:35Du warst bestimmt mit einer Energiequelle.
35:37Und ihr seid jetzt ein saustarkes Team, wenn ich das richtig gesehen habe.
35:41Ja, ich würde das auf meine ganze Familie übertragen.
35:44Nicht nur mit meinen Brüdern.
35:46Aber auch mit meiner Schwester.
35:48Deine Familie?
35:51Ja, das steht schon ganz um Kontakt zu allen.
35:54Ein gutes Verhältnis.
35:56Ja, das ist auch für mich sehr wichtig.
35:58Wo kam der Moment, wo du gesagt hast,
36:00und jetzt nicht nur für mich, sondern auch für andere Anzünden?
36:05Ja, das war eine Erkenntnis,
36:07nachdem ich mich die ersten drei Jahre durchgekämpft hatte
36:10und das dann auch Fahrtaufnahmen und so was.
36:14Der ausschlaggebende Punkt war 1996.
36:17Da war ich nämlich das erste Mal bei SternTV.
36:20Das heißt, es ist jetzt 30 Jahre her.
36:23Sarah Connor, glaube ich, oder?
36:25Nein, viele Grüße an Sarah Connor.
36:27Sie ist auch einfach eine wahnsinnig geile Frau in jeder Hinsicht.
36:32Das ist aber ein anderes Thema.
36:34Warst du in der Talkshow mit dir?
36:37Ja, das war bei 3 nach 9.
36:393 nach 9?
36:41Ja, krass.
36:43Wahnsinn, Stimme vor allen Dingen.
36:45Ja, das auch.
36:47Was wollte ich jetzt sagen?
36:50Wann kam bei dir die Erkenntnis, dass du daraus andere Leute motivierst?
36:55Ich habe gerade bei dieser ganzen Geschichte
36:57und bei dir, dass ich oft feststelle,
37:00Sachen über die ich mir in den Kopf zerbreche,
37:02die ich als Problem wahrnehme, gerade sehr klein werden.
37:06Ich glaube, das ist auch das, was du machst in deinen Auftritten.
37:09Ich würde dich natürlich motivieren,
37:11jemanden zu sehen, der so viel Lebensfreude,
37:13so viel Power nach so einem schlimmen Schicksal schlagt.
37:16Es geht ja eigentlich nicht schlimmer, oder?
37:18Aus meiner Sicht geht es immer schlimmer.
37:21Eine Querschnittslehmung, Abatlaswirbel, das du vielleicht nur noch...
37:24Ja gut, aber selbst das, ich meine, guck dir den...
37:26Wie heißt der doch gleich?
37:28Steve Jobs? Nee, der ist tot.
37:30Wie heißt der denn jetzt doch gleich?
37:33Unser Wettendass verunglückt er.
37:35Ich bin so schlecht.
37:37Nein, ich bin mit Namen auch ganz, ganz schlecht.
37:39Nein, nein, ich habe mit Namen vergessen.
37:41Aber es ist auch egal. Samuel Koch, genau.
37:44Der Samuel Koch, der versucht da auch das Beste draus zu machen.
37:49Der ist Querschnittsgelehm.
37:50Ja, der ist eben so hochquerschnittsgelehm,
37:52zäh irgendwas hier, Halswirbel.
37:54Mein Vater hat sich auch Natlaswirbel gebrochen.
37:56Ja, und ich meine, was hast du für eine Chance,
37:59wenn so was passiert?
38:01Du hast die Chance, entweder nach vorne zu laufen
38:03oder dich aufzugeben.
38:05Aus meiner Sicht hast du keine anderen Möglichkeiten.
38:09Es gibt nur an oder aus.
38:11Ja, ich meine, du hast ja überhaupt keine Chance.
38:13Du musst dich entscheiden, und das ist auch genau der Punkt.
38:16Du musst dich in deinem Leben so oft entscheiden.
38:19Und diese Entscheidungen haben natürlich auch verschiedene Gewichte.
38:24Du entscheidest dich irgendwann mal.
38:26Du willst eine Ausbildung machen.
38:28Du entscheidest dich, ich will mein Führerschein machen.
38:31Du entscheidest dich vielleicht für die Ehe.
38:33Du musst dich übernehmen, indem du Kinder in die Welt setzt.
38:36Auch das kann man sich heute überlegen, ob man das noch will.
38:40Bei all dem, was da passiert.
38:42Aber grundsätzlich ist das natürlich was Unheimlich Tolles.
38:45Ich habe auch drei Kinder.
38:47Mein herzliches Beileid an alle, die auch Zwillinge haben.
38:50Das erste Jahr war einfach die Hölle.
38:53Das habe ich gestern auch in dem Video von dir gemacht.
38:56Meine sind 1 und 2 Jahre.
38:58Das ist aber auch krass.
39:001 und 2, da können die auch noch so gut wie gar nichts.
39:03Jetzt kann er sich ausdrücken und sagen, was er will.
39:06Jetzt wird es richtig cool.
39:09Das Lieblingswort ist erst mal nein.
39:11Das ist schon etwas ganz Tolles.
39:13Vor allen Dingen, wenn der Punkt kommt,
39:15an dem du von dir selber in deinen Kindern siehst.
39:18Wenn es auch nur die Tatsache ist,
39:21dass der einfach der größte Lümmel ist.
39:23Wenn meine Mutter dann immer sagt,
39:25was glaubst du von dem, der das hat?
39:27Das ist der Klassiker.
39:29Das ist aber deine zweite Frau.
39:31Ihr habt euch kennengelernt,
39:34nach deinem Unfall kennengelernt.
39:36Ich habe beide meine Frauen nach meinem Unfall kennengelernt.
39:40Und die Freundinnen auch alle?
39:42Ich habe fast alle meine Freundinnen nach meinem Unfall kennengelernt.
39:46Das war toll.
39:49Du bist schon so ein Weiberheld.
39:51Ja, du kannst ja auch gut sprechen.
39:53Gut, ich meine, zwischen gut sprechen
39:55und dann einfach auch mal was machen.
39:58Den machen wir's wie wollen, nur geiler.
40:01Das ist ja so ein T-Shirt von Mario Bart, glaube ich.
40:05Da ist natürlich auch viel dran.
40:07Also labern können wir alle gut,
40:09aber wir müssen halt auch mal was umsetzen.
40:11Ich glaube, ich bin aber auch die letzten Jahre einfach so gereift,
40:15dass ich einfach verbindlich bin.
40:18Wenn ich was sage, dann ist das so.
40:20Das sei denn, wir sprechen was anderes.
40:22Oder ich bin tot, sage ich immer.
40:24Wenn ich das sage, dann ist es erst mal so.
40:27Das ist auch so eine deutsche Tugend,
40:29die leider verloren geht in vieler Orts.
40:31Das finde ich total schade,
40:33weil worauf bauen sich denn auch gute funktionierende Netzwerke auf?
40:37Auf Freundschaften und so weiter.
40:40So Seilschaften und keine Ahnung, auch in eurem Handwerk.
40:43Das ist der kannte Handschlag.
40:45Der Kaufmännische, der handwerkliche,
40:47da wird was besprochen und dann ist es so.
40:49Das stellt sich ja am Andi so.
40:52Beim Andi habe ich in der letzten Folge,
40:54wo wir die erste Aufnahme gemacht haben,
40:56und das ist so eine alte Schule, das gibt es ja ganz selten.
40:59Du musst ja heute jeden Atemzug vertraglich festhalten, unterschreiben lassen,
41:02vornotat beglauben lassen, das könnte ja irgendwann.
41:04Und Andi war immer einer, seitdem ich ihn kenne, der gesagt hat,
41:08machen wir so.
41:10Ein Mann, ein Wort, der gibt dir die Hand,
41:13da brauchen wir auch gar nicht groß drum rumreden.
41:15Und das schätzt sich sehr, und es geht sehr verloren, wie du sagst.
41:18Ich will jetzt nicht das Politikthema aufmachen,
41:20aber da kannst du ja auch auf nichts mehr vertrauen.
41:22Da wird ein Satz gesagt, das ist ein paar Wochen später schon nicht mehr so.
41:25Ja, und deswegen genau diese Werte, die sind wichtig,
41:28und das zieht auch die Leute an.
41:30Das hat man ja auch hier gemerkt, Andi hatte ich angerufen,
41:32dann rufe ich an, da ist er sofort da.
41:34Ich war nicht so fertig draußen, haben da eine Suppe gegessen,
41:36als wir hier umgezogen sind.
41:39Und dann kennt ihr eigentlich Flo Sitzmann,
41:41und das wäre eigentlich voll der coole Gast für euch,
41:43und dann habe ich dich ja angerufen oder angeschrieben,
41:45haben irgendwie eine halbe Stunde gequatscht,
41:47und da war mir klar, das passt wie Arsch auf Eimer.
41:50Ja, guck mal, der Andi wäre halt aber auch nie
41:52irgendwie in meinem Inner Circle,
41:54sondern in seinem,
41:56wenn das halt nicht ein Deckel für den Topf gewesen wäre.
41:59Wir sind halt einfach von einem ähnlichen Schlag,
42:01wir sind sportlich begeistert,
42:04und dann sind wir halt einfach auch auf dieser
42:06etwas tieferen Freundschaftsheben,
42:08wenn der eine ein Problem hat, dann ist der andere da.
42:10Also ich bin auch so ein Typ, wenn du mein Freund bist,
42:12dann kannst du mich nachts anrufen,
42:15und dann mache ich mich auf den Weg.
42:17Das kann ich natürlich nicht jedem, den ich kenne, sagen,
42:19was sonst wäre ich gar nicht mehr zu Hause.
42:22Also das ist einfach, ja,
42:24aber dann macht es halt auch Spaß,
42:26dann macht es Spaß, Projekte zu entwickeln,
42:29anzugehen, auch durchzusetzen und so weiter,
42:31ob das jetzt sportlicher Natur ist,
42:33oder meine Bücher schreiben.
42:35Wie viele Bücher hast du geschrieben?
42:37Drei, das ist ja in eurem Bereich genauso.
42:40Du hast eine Idee, und du brauchst dann einfach
42:42an einem bestimmten Punkt Menschen,
42:44die das mit dir gehen, weil du es vielleicht auch
42:46fachlich oder kraftmäßig gar nicht alleine hinkriegst,
42:48und das ist auch völlig in Ordnung.
42:50Wir leben ja Netzwerken, das ist ja unser Ding.
42:53Niemand macht irgendwas alleine,
42:55also brauchen die Leute vielleicht auch nicht einzubilden.
42:58Ich fahre auch nicht alleine Harley.
43:00Ich habe da noch eine Frage,
43:02wie bist du denn jetzt,
43:05das würde ich ganz kurz gerne wissen, wie fährst du Harley?
43:08Ich habe eine 3-Rätrige Harley.
43:10Also das heißt, ich kann gar nicht umfallen,
43:12weil die ist ja halt schwer.
43:13Ja, die wiegt eine halbe Tonne, ja.
43:16Mit dir und ohne dich.
43:18Ohne mich, ohne mich.
43:20Wie bist du denn finanziell abgesichert gewesen?
43:23Es ist ja jetzt natürlich auch ein Thema,
43:26beruflich warst du ja dann sicherlich auch sehr eingeschränkt
43:28in den Möglichkeiten der handwerkliche Weg,
43:30war ja dann erst mal verschlossen.
43:32Wie bist du denn bis heute finanziell,
43:34du hattest ja am Telefon schon mal angeschnitten,
43:37ist es dann quasi die Versicherung des Lkw-Fahrers
43:39oder die Versicherung des Fahrers des Motorers,
43:42die da bis heute dann jetzt auch für dich sorgt?
43:44Oder ist dein Hinblick wirklich dieses Speaker-Bücher-Geschichte?
43:48Ja, also die Wahrheit ist, ich mache OF.
43:50O-Fans, ehrlich?
43:52Ja, herzlichen Glückwunsch.
43:54Nee, nichts gegen OF, mein Gott, also es hat alles so eine Berechtigung.
43:57Es ist alles super.
43:58Da gibt es auch diese Werbung.
43:59Wenn du auch zu hässlich für O-Fans bist,
44:02bewirb dich bei uns,
44:03wir suchen Gesellen im Bereich Mahler und Lack.
44:05Ja, hab ich auch gar nicht gesehen, aber gut.
44:07Nee, ich mach keinen OF, nee.
44:09Ja, es war in der Tat so,
44:12dass ich durch die Tatsache,
44:14dass ich eben diesen Unfallgegner
44:16in Form von meinem Kumpel hatte damals,
44:19der dann auch, was noch gerichtlich geklärt werden musste,
44:22um dann einfach ein Titel gegen ihn zu haben.
44:24Der Rest-Alkohol?
44:26Nein, nichts, gar nichts, nein.
44:28Das musste man auch so machen,
44:30weshalb ich dann auch nicht abgesichert gewesen wäre,
44:33wenn wir das nicht gemacht hätten.
44:35Das hat er nicht persönlich genommen.
44:38Das haben wir eben alle so gesagt,
44:40wir müssen das so machen.
44:42Nimm dir einfach einen Anwalt und fertig, wir müssen das so durchgehen.
44:45Ist der Lkw-Fahrer, der dafür zur Rechtschaft gezogen hat?
44:48Nein, der Lkw-Fahrer hatte damit nichts zu tun.
44:51Natürlich schon, weil er mich drübergerollt ist, aber der war ...
44:55Hatte keine Wahl.
44:56Der hatte keine Wahl, der hatte auch keine Schuld daran.
44:59Die 100-prozentige Schuld wurde meinem Kumpel zugesprochen,
45:02weil er eben auf den Beschleunigungsstreifen zu weit nach links gefahren hat.
45:05Er hatte Verantwortung für alles.
45:08Er hatte Fahrfeder begangen und deswegen war er 100-prozentig schuldig.
45:12Aber nichts wegen fahrflässiger Körperverletzung?
45:15Nein, auch zu einer Bewerbungsstrafe damals und auch zu einer Bewerbungsstrafe.
45:19Aufgrund der Schwere der Verletzung.
45:21Aber es war ja keine ...
45:24Wenn er jetzt nicht stoned war und nicht betrunken war,
45:27kann man ihm ja tatsächlich keine Fahrlässigkeit vorwerfen.
45:30Doch, er hätte einfach sagen müssen.
45:32Er war übermüde.
45:34Er war erwachsen und hätte sagen müssen, hier endet die Fahrt.
45:38Ich fahr nicht mehr weiter.
45:40Die Verantwortung hätte er übernehmen müssen.
45:43Wenn ich total müde und am Eis bin, wenn ich fahre,
45:46ich fahre dann rechts ran und dann knack ich zehn Minuten weg,
45:49da bin ich wieder da und das ist die Weise.
45:51Das mache ich auch auf der Scheidung.
45:54Um das Auto rumlaufen oder so?
45:56Ich habe mich auch schon ertappt, wie ich gut mein Auto warnt mich auch.
45:59Also da ist ja mittlerweile die neuen Autos, die sehen das auch,
46:02wenn deine Augen zufallen.
46:04Da ist vorne so eine Frontkammer drin.
46:07Ich sag dir, drückt mal einen Kaffee, machen wir eine Pause.
46:10Ich sag euch ehrlich, zehn, 15 Minuten, den Sitz zurückgeklappt.
46:12Du bist zum Glück ein Autofahrer durch und durch.
46:14Und der hat die Ruhe gehabt.
46:16Die sind links in die Leitplanke, der hat ins Lenkrad reingegriffen.
46:19Du wirst jetzt wach, du bist jetzt auch in einer besonderen Situation.
46:23Übernimm bitte unten wieder die Pedale.
46:25Wir fahren jetzt rechts ran, ich habe das Lenkrad.
46:27Wird ein Ruhe wach und ganz Auto verschrauben.
46:29Ja, aber das ist überlegen.
46:31Das ist cool zu bleiben.
46:34Du hattest nicht warten müssen und dann irgendwie reinlängst.
46:36Da musst du auch keine.
46:38Und der musste dir dann eine Geldstrafe bezahlen,
46:40eine Verwährungsstrafe.
46:42Hat er bekommen, ja genau.
46:44Wahrscheinlich auch, was viel schlimmer war für ihn,
46:47mit seinem Gewissen zu kämpfen, könnte ich mir vorstellen.
46:49Das hat er mit sich ja heute immer noch, immer wieder.
46:51Aber die schlimmste Zeit sind wir zusammen durchgegangen.
46:55Ja?
46:57Hast du immer sowas gesagt, wie ich verzeihe dir?
47:01Nein, das musste ich nicht sagen,
47:03weil ich habe ihm ja nie gesagt, du bist der Arsch wegen,
47:05dem ich jetzt im Rollstuhl sitze.
47:07Also ich habe die andere Seite nie gemacht,
47:09ich habe auch eine Form von Größe.
47:11Weil ich glaube, du denkst dann schon,
47:14du verfluchst schon den Menschen, dem du diese Schicksal jetzt zu verdanken hast.
47:17Ich finde, es ist schon eine Form von Größe zu sagen,
47:20ey, es war halt ein Unfall.
47:22Ja, ich habe das ein bisschen anders gesehen in der Tat damals.
47:25Natürlich wusste ich, dass er daran schuld ist,
47:28aber ich habe die Verantwortung auch bei mir gesehen.
47:32Ich habe damals mit meinem 2 Meter 4
47:35und auch eigentlich schon ein Stück Reife,
47:37als man mit 15, 16 jetzt ist.
47:40Ich habe damals schon gedacht,
47:42ich hätte theoretisch auch dazu beitragen können,
47:46zu sagen, ich bleibe jetzt hier
47:48und ich habe einfach nicht drüber nachgedacht.
47:50Also ich habe jetzt nicht die Schuld auf mich genommen,
47:52aber ich habe gesagt, ich nehme auch ein Stück von diesem Kuchen quasi
47:56und also ich habe da auch nicht weiter drüber nachgedacht.
48:00Es hat mir, wie gesagt, auch nichts gebracht.
48:03Ich brauchte meine Kraft einfach für was ganz anderes.
48:05Die Zeit hätte dich ins Nichts geführt.
48:07Es hätte mich in der Schleife gefangen, gehalten,
48:09die ich vielleicht dann nicht mehr verlassen hätte können.
48:13Und das wäre viel, viel schlimmer gewesen als alles andere.
48:17Deswegen, das ist eine Säule meiner Absicherung sozusagen.
48:21Die Betriebs, dachte ich, die Haftlichtversicherung,
48:24ist Fahrers quasi, hat dann dafür
48:26und wahrscheinlich jetzt auch dein Leben lang werden,
48:28die für deine Auskommen dann sorgen müssen.
48:30Das zum einen, es müssen Verdiensausfälle gezahlt werden.
48:33Und was noch, alles andere wurde auch abgehandelt.
48:40Klar, es gab Schmerzensgeld, dass die Beine ab sind.
48:43Beine natürlich kein Geld der Welt.
48:45Irgendwie, das kannst du nicht aufwiegen.
48:47Ich wäre lieber bettelarm und hätte dafür aber noch alle Gliedmaßen.
48:51Das ist ja klar, da brauchen wir nicht drüber reden.
48:54Aber das kannst du dir eben nicht aussuchen.
48:56Und das ist der Grund und das ist auch jetzt der große Unterschied
48:59für mich gegenüber einer schleichenden,
49:01dann letztendlich tödlichen Krankheit, was auch immer das sein soll.
49:05Auf jeden Fall auch sage ich so, heute jetzt mit 49,
49:11ich werde ja dieses Jahr noch 50.
49:14Was sollen wir denn wo sein eigentlich zu deinem 50?
49:17Das würde ich dir doch nicht sagen.
49:19Ich glaube, es hackt, Alter.
49:21Ich verlasse das Land.
49:23Nein, ich weiß noch nicht.
49:26Da weiß ich, aber weil ich im Laufe der Jahrzehnte
49:29natürlich auch viele Menschen getroffen hat mit verschiedenen Themen.
49:33Dass es immer einfach schlechter geht
49:36und man sich einfach auch darauf konzentrieren soll,
49:39was man selbst so hat.
49:41Also wenn wir jetzt hier so sitzen in so einem total geil durchgestalten Raum,
49:45mit so einem brutal geilen Boden.
49:47Das ist zum Beispiel uns so weiter und so fort.
49:50Wir sind ja im Grunde schon privilegiert,
49:52dass wir überhaupt hier sitzen können, Kaffee trinken, reden.
49:55Wir haben gesunde Familien zu Hause.
49:57Wir haben gute Jobs, die uns ernähren und so weiter.
50:01Wir haben irgendwie ein sonniges Wochenende vor der Nase.
50:04Ich werde auf jeden Fall auf meiner Haare sitzen.
50:06Das kann ich euch jetzt schon sagen.
50:08Wahrscheinlich sogar heute Nachmittag noch.
50:10Schön.
50:13Was willst du denn noch mehr?
50:15Das verlieren aber manche Leute nach den guten Sachen zu gucken.
50:18Das ist ja immer eine Spirale.
50:20Entweder ist die Spirale nach oben oder nach unten.
50:23Ich habe auch mal eine Zeit gehabt,
50:25die wirkt zwar total kitschig,
50:28aber macht die, die wird es besser gehen.
50:30Der hat mir 10 chinesische Glücksmünzen.
50:32Kennt ihr die?
50:33Nein.
50:34Die hat dann mir in die Hand gedrückt.
50:37Ich kenne die Glückskegse.
50:39Du kannst aber auch 10 Stücke steigen.
50:41Was machst du mit denen?
50:43Du packst in deine linke Hosentasche.
50:45Und deine einzige Aufgabe ist,
50:48diese 10 Steine von links nach rechts zu kriegen.
50:50Weil du dann unter Bewusstsein trainierst,
50:52endlich wieder nach positiven Sachen zu schauen.
50:54Dann sage ich auch manchmal, es ist zwar total kitschig,
50:57aber mach's mal.
50:58Habt mal die Eier durch das durchzuziehen,
51:01dann heißt das, ich habe jetzt keine Sachen gefunden.
51:04Weiter trainieren.
51:06Ich habe wieder nicht geschafft, die Zehen rüberzuschieben.
51:09Und irgendwann, ja, ich habe heute mit meiner Tochter gesprochen,
51:12heute habe ich einen geilen Auftrag gekriegt.
51:15Nimm die kleinen Dinge, fang mit den ganz einfachen Selbstverständlichkeiten an.
51:18Ich bin satt, mir ist warm.
51:20Ich habe fließend Wasser und Strom zu Hause.
51:22Da ist deine Aufgabe, die Zehen kugeln,
51:24oder was auch immer wieder rauszuholen,
51:26noch mal abends hinzulingen zu sagen, Alter, geil.
51:29Ja gut, guck mal, so habe ich quasi,
51:31wenn ich jetzt so höre, dann kann ich sagen,
51:33ich hatte mit Sicherheit auch so eine Taktik,
51:36aber ich hatte jetzt eben nicht diese haptischen Münzen in der Tasche
51:39oder in der Hand, sondern ich habe einfach viele Gedanken
51:42in meinem Kopf gehabt.
51:43Ich bin heute aufgewacht und hatte keine Schmerzen.
51:46Heute?
51:47Nein, nein.
51:48Heute auch umübringen, ja, klar.
51:50Die Simone war auch eine Taktik.
51:53Die Simone war auch eine Taktik, ja, klar.
51:55Also was für ein Geschenk ist es bitte,
51:57wenn jemand auf dich zukommt, lächelt und dir mal kurz die Hand auf die Schulter legt?
52:00Da passiert so viel, da ist so viel Energie fluss.
52:02Diese Menschen werden so schlecht bezahlt.
52:05Da brauchst du ja die überhaupt gar nicht eigentlich.
52:07Da wirst du also die, du meinst jetzt Pflege oder was?
52:09Ja, ich finde so die Menschen, die ja dir so viel gegeben haben,
52:12die Simone hat dir mehr gegeben wie die Psychologin.
52:15Die Psychologin hat mir gar nichts regieren.
52:17Die gute Luft im Raum genommen.
52:20Aber es sind doch diese Heiligen einfach,
52:22die dich durch diese Zeit gebracht haben,
52:24einfach weil sie eine natürliche Art haben
52:26und eben nicht reingekommen sind.
52:28Oh, der arme Floh, oh Mensch, alles Scheiße.
52:31Das hätte ja auch gar nichts gebracht.
52:33Das bringt überhaupt niemanden irgendwas.
52:35Das bringt überhaupt niemanden irgendwas.
52:37Also deswegen gilt ja auch sowieso jeden Tag,
52:39geh da raus, sei die beste Version von dir selber,
52:42versuch das jeden Tag, versuch, was Gutes vorzuleben.
52:45Weil dann gibt es auch die Möglichkeit,
52:47was man nachmacht.
52:49Das denke ich mir jeden Tag.
52:51Du kannst bei jedem Supermarktbesuch,
52:53wenn ich noch mal zum Aldi oder zum Edeka rüberstapfe,
52:56kannst du geile Gespräche haben.
52:58Mit Oma's, mit Opa's, das sind sowieso die geilsten Leute.
53:00Die haben viel Erfahrung und so weiter.
53:02Ich liebe Leute im Fahrstuhl zum Lachen zu bringen.
53:04Bevor dieses wilde Schweigen da auf einmal losgeht,
53:07immer immer irgendwas zu sagen.
53:09Wie so ein Elevator-Pitch.
53:11Und wenn man einfach sagt,
53:13kennst du dieses Schweigen in einem Fahrstuhl
53:15und ich liebe das auch.
53:17Meine Frau mag das ja gar nicht,
53:20weil ich jeden immer anlabern muss, wenn ich irgendwo bin.
53:22Meine Frau finde es auch furchtbar,
53:24aber eher die Tatsache, dass mich halt viele Leute kennen.
53:26Und dass die da manchmal sagt,
53:28mit dir kann man auch nicht in die Stadt gehen,
53:31kommt keine drei Meter weit.
53:33Ja, sorry, aber das ist halt auch ein Geschenk.
53:35Du bist auch da kannt und angesprochen?
53:37Ja, öfter schon, wenn ich hier in meiner Region unterwegs bin.
53:40Das Geilste war jetzt hier bei der Führerscheinprüfung
53:43von meiner großen Tochter, die ist jetzt im Januar 18 geworden.
53:45Aber erst gestern, gestern war die praktische Prüfung
53:47in Darmstadt, Führerschein, hat sie bestanden, ja.
53:49Aber jetzt ist es gefährlich auf der Straße?
53:51Nein, nein, nein, nein.
53:53Entschuldigung, das ist ja mein Kind.
53:56Maschinenführer, ja.
53:58Kannst du bitte aufhören, unseren Gast zu dissen?
54:00Alle Sitzmänner sind Maschinenführer.
54:02Nein, nein, das können wir schon.
54:04Nein, nein, das kann sie ja auch hervorragend.
54:07Aber sie ist dann irgendwie eingestiegen
54:09und dann kam plötzlich raus,
54:11dass der Prüfer, der bei ihr hinten im Auto saß,
54:13ja, aufgrund ihres Nachnamens,
54:15weil er, ich hatte mal vor ein paar Jahren,
54:17was er nicht war, sondern weil er, wollte ich sagen, weil er,
54:21weil er vor Jahren mal
54:23meinen 67er Fort Mustern Caprio,
54:25den ich mal hatte,
54:27getüft hat,
54:29in Darmstadt,
54:32das ist ihm eingefallen und dann ist ihm weiter eingefallen.
54:34Ja, ich hab auch das erste Buch vom Papa gelesen.
54:36Sondern war der gleich so...
54:38Dann hatte er noch Angst vor dir und deswegen...
54:41Nein, er hatte keinen Angst,
54:43aber der hat einfach dann,
54:46der hat es dann mit der Emily gut gemacht, sag ich jetzt mal.
54:49Schön, gut.
54:51Zählt er mal ganz kurz, um was es in deinen drei Büchern geht.
54:53Das erste Buch ist eine ganz positive Biografie
54:55von einem bestimmten Punkt an,
54:58also eigentlich von dem Unfall an,
55:00bis zu einem Moment danach.
55:02Das Buch heißt?
55:04Der halbe Mann, dem Leben beinemachen.
55:06Da sage ich meinen Gästen auch immer so,
55:08ich finde auch schon die Überschrift meines Lebens.
55:12Wenn du mich beschreiben sollst, dann kannst du das sagen.
55:14Das passt.
55:16Der zweite Buchtitel, ein paar Jahre später,
55:18passt dann aber auch wieder ganz gut zu mir.
55:20Der heißt nämlich bloß keine halben Sachen.
55:23Deutschland, ein Rollstuhlmärchen,
55:25also das betrifft jetzt eher bloß keine halben Sachen.
55:27Weil ich schon immer auf der Schiene unterwegs war,
55:29also wenn wir was machen,
55:31dann machen wir es geil,
55:34oder wir lassen es bleiben.
55:36Gute Einstellung.
55:38Auf die Fahne geschrieben, als wir gesagt haben,
55:40wollen wir ein Podcast machen, dann haben wir gesagt,
55:42dann machen wir es auch geil.
55:44Dann kannst du auch abheben, dann bist du authentisch.
55:47Wenn du sagst, ich gehe das Ding jetzt an
55:49und wir ziehen es einfach schön glatt und geil.
55:51So versuche ich das immer,
55:53und in den meisten Fällen klappt das auch.
55:55Das Vorhaben ist auf jeden Fall schon mal wichtig.
55:58Du musst dich ja selber von vornherein
56:00schon mal so programmieren,
56:02dass du eine Chance hast, das auch auszustrahlen
56:04für alle anderen, die da noch mitmachen.
56:06Das ist auch ganz wichtig,
56:08wenn ich jetzt an die Tour denke, die wir gemacht haben.
56:11Eine halbe Entscheidung hätte ich nicht durchgeführt.
56:13Nein, und auch die Tatsache zum Beispiel,
56:15dass ich ja quasi der Lieder war von der ganzen Nummer.
56:18Wir waren ja sieben Fahrradfahrer und Fahrradfahrerinnen.
56:21Die Uli war ja auch dabei,
56:23als einzige Quotenfrau auf dem Fahrrad.
56:25War aber auch mega geil.
56:28Das hätte nichts gebracht,
56:30wenn ich nach einem Tag fahren,
56:32da irgendwie angekommen wäre
56:34und mich so rumgejammert hätte.
56:36Der Arschsové, was jeden Tag so war,
56:38ich hab gedacht, ich sitze in Feuerquallen drin,
56:41wenn du da irgendwie 100 Kilometer unterwegs bist
56:44und dann mit dem Handbik durch die Gegend strampelt.
56:47Und das Tag...
56:49Mit dem Handbik, ja, genau.
56:51Sorry, diesen Verpaar werd ich auch nicht mehr los.
56:55Früher haben sie ja immer gesagt, Handybike.
56:57Was heißt das mit dem Telefon zu tun?
56:59Oh, ist egal.
57:01Also Handbik.
57:03Und es hätte auch keinem was gebracht.
57:05Insofern muss das immer so sein
57:08und den Anspruch hab ich jeden Tag, wenn ich rausgehe,
57:11dass ich einfach auch ein Vorbild bin für alle anderen.
57:14Nicht nur für alle anderen, die ein Thema haben,
57:16sondern für alle anderen in Anführungsstrichen normalen Leute.
57:19Ich meine, die meisten haben voller einen an der Waffel.
57:23Das kannst du besser verbergen als das andere.
57:25Ist halt auch klar, ich kann meine Behinderung nicht verstecken.
57:28Aber das ist einfach die Wahrheit.
57:30Ein Thema und ein Rucksack, egal wie groß der ist,
57:32hat jeder von uns da draußen.
57:34Das muss man wissen, ja.
57:37Und bei mir ist ja der Vorteil noch, ich kann es nicht verbergen.
57:40Ich kann sofort ins Gespräch gehen mit dem Thema.
57:43Und die Leute, wenn sie halt irgendwie den Mut haben
57:46oder mein erstes Grinsen richtig deuten,
57:48dann haben sie ja auch die Chance, gleich loszufragen.
57:52Ist ja kein Problem, ja.
57:54Und das ist es halt einfach...
57:56Das hab ich irgendwann nach den Jahren,
57:58hab ich das entdeckt, nach ein paar Jahren,
58:01dass mir das gut gefällt.
58:03Ich hab ja dann auch im Rollstuhl noch für die Stadt Darmstadt
58:07Kinderfreizeiten betreut, im Lindenfels, im Baywald-Schweizer Haus.
58:11Wenn das jemand kennt, im Odenwald, kann man ja seine Kids
58:14auch mal in den Ferien hinschieben und die werden dann da versorgt.
58:18Schatz, hast du das gehört?
58:20Das hat eben ne Quiche, das hat eben...
58:23Wie ein kleines Kind, oder?
58:25Ein kleines Kind, oder?
58:28Also wirklich wahnsinnig inspirierend.
58:31Ich hab mal noch eine andere Frage.
58:33Bitte.
58:34Klar, du hast deinen Unterkörper verloren.
58:37Mit was für Problemen hast du denn noch so im Alltag
58:40zu kämpfen gesundheitlich? Du hast mir am Telefon erzählt...
58:42Heute.
58:43Ja, heute. Also, ich mein, es ist ja klar, du kannst nicht laufen.
58:46Du sitzt im Rollstuhl, das ist ja klar.
58:49Aber im Wieweit verändert sich denn der Körper?
58:51Du hattest mir erzählt, dass du kürzlich ne Blutvergiftung hattest?
58:54Oder ne Selbstwahl hattest?
58:56Vor zwei Jahren.
58:57Vor zwei Jahren?
58:58Das war ja, glaube ich, bei einem sportlichen Event.
59:01Habe ich das richtig in Erinnerung?
59:03Nicht ganz, aber kommt eigentlich aufs Gleiche raus, am Sitzbein.
59:06Also der Knochen, der quasi auch von euch zu spüren ist,
59:09wenn ihr so an die untere Probacke mal rein drückt,
59:12da ist so ein Knochen, da sitzt ihr quasi drauf.
59:16Die Arschbacke, oder?
59:17Nee, weil es ein bisschen weiter unten ist.
59:19Die Spitze?
59:20Ja, genau, unten drunter hier.
59:22Die merke ich nach der Zeit irgendwann.
59:24Ja, genau.
59:26Und ich hab da halt auch nicht mehr so viel Fleisch wie früher.
59:29Deswegen sitze ich auch auf einem speziellen Kissen.
59:32Und ja, ich bin halt auch ein wilder Kerl.
59:34Das hat man ja noch ein bisschen mitgekriegt.
59:36Ich bin halt auch im Herzen Leistungssportler.
59:40Und das Problem, was ich halt immer wieder habe,
59:42das ist halt die Tatsache, dass ich mit meinem Geist,
59:44meinen Körper übergehen kann.
59:46Was natürlich in der sportlichen Ausführung als Leistungssportler toll ist,
59:49weil du dann einfach richtig an deine Grenzen
59:51oder sogar darüber hinaus kommst.
59:53Was aber im Alltag, wenn du deinem Körper zu viel Belastung zuführst
59:57und zu wenig Entlastung, ist halt durch Scheiße.
60:00Und das war mal wieder so vor anderthalb Jahren.
60:02Ich war halt in dem Jahr, das war das Jahr vor zwei Jahren,
60:05in dem ich unbedingt meinen noch nicht erfüllten Jugendraum
60:10eben das Motorrad haben wollte.
60:12Das hat aber für mich bedeutet, ich muss einfach voll durchziehen
60:15in dem Jahr, volle Kanne.
60:17Ich muss jeden Job annehmen, ich muss überall hinfahren.
60:19Um es finanziell dann auch?
60:21Ich bin ja kein Millionär.
60:24Ich muss irgendwie auch die Brötchen auf den Tisch kriegen.
60:26Das ist nicht so, dass mir die Versicherung alles bezahlt
60:28und ich tue nichts dafür.
60:29Das ist jetzt Quatsch, also der Eindruck darf hier nicht entstehen.
60:31Jeder muss was tun für sein Glück und auch für sein Konto.
60:35Also das ist natürlich alles Andere.
60:37Ist eher der Einprozenter.
60:39Das sind nicht wir.
60:41Wir haben ja aber auch zu langweilig, muss ich sagen.
60:44Ich bin ja schon irgendwie so ein Machertyp.
60:47Ich habe ja auch Bock, was zu bewegen.
60:49Und dann habe ich in dem Jahr sehr, sehr viel gemacht,
60:52war viel unterwegs, habe meinem Körper viel zugemotet,
60:55hatte wenig Ruhezeiten.
60:57Bedeutet für mich, ich muss jetzt nicht schlafen in der Zeit,
60:59aber ich muss meinem Hintern einfach eine Pause gönnen.
61:01Da darf kein Druck drauf sein.
61:04Also flach ablegen.
61:06Weil mein ganzes Körpergewicht,
61:08konzentriert sich ja auf zwei Punkte.
61:10Das muss einem ja auch klar sein.
61:12Das ist Bauch- oder Rückenschlefer?
61:15Rücken, gezwungenermaßen aus dem Krankenhaus damals.
61:18Ich habe mich so erzogen.
61:20Seitenschläfer bin ich nur, wenn es Löffelchen ist.
61:23Ansonsten nicht.
61:25Rückenschläfer, okay.
61:27Ansonsten nicht.
61:30Und Bauch geht eigentlich auch gar nicht.
61:32Genau, und dann war es halt so.
61:34Ich war dann mit einem meiner wichtigen Sponsoren.
61:37Sunrise Medical ist das.
61:39Handbike, Rollstühle.
61:42Also in der Hilfsmittelbranche, eine Hausnummer.
61:45Auch schon seit 25 Jahren für mich sehr, sehr wichtig.
61:48So eine Art Markenbotschafter.
61:50Ich bin Markenbotschafter bei denen,
61:52für Aktiv-Rollstühle, für meine Handbikes und so weiter.
61:55Das sind ja alles Unikate, Sonderanfertigungen.
61:58Ich habe mir das auch größer vorgestellt, tatsächlich.
62:01Also, du hast dich mich ja auch größer vorgestellt.
62:04Also, ich habe hier einen mega geilen Rollstuhl,
62:07der ist super wendig, super leicht.
62:09Also das Teil, in dem ich jetzt hier gerade sitze,
62:12ist ein Carbon, der kostet fast 10 Riesen.
62:1510 Riesen? Ja, das zahlt ja auch keine Krankenkasse.
62:18Es gibt aber auch andere tolle Rollstühle.
62:20Man muss jetzt nicht immer da in die High-End-Geschichte da gehen.
62:23Das ist ein Geschenk, dass ich so was fahren darf.
62:25Wahnsinn.
62:27Also quasi die Harley unter den Rollstühlen.
62:29Ja.
62:30Und das darfst du quasi fahren und kriegst es günstiger
62:32oder sogar gesponsort, weil du Markenbotschafter bist.
62:34Ich bekomme diese Hilfsmittel zur Verfügung gestellt,
62:38bis zu dem Moment, wo die dann gewechselt werden.
62:40Quasi gibst du auch Feedback?
62:42Ja, natürlich. Wir arbeiten auch, wenn es geht, eng zusammen,
62:44weil ich bin ja der User, der das Ding einfach in,
62:47also übertrieben 24-7 nutzt, ja, in jeder Lebenslage.
62:51Ob ich jetzt zu Hause bin oder unterwegs bin und so weiter und so fort.
62:56Da gibt es noch verschiedene andere Hilfsmittel,
62:58die alle eine wahnsinnige Mobilitätsarbeit rum sind.
63:01Allein das ist schon eine eigene Folge wert,
63:03weil da gibt es so viele geile Sachen heute.
63:05Nach 30 Jahren, das hat es ja damals auch noch nicht gegeben.
63:07Du hast dir diese Entwicklung auch live mitbekommen.
63:10Ja, ich war live dabei auch, das ist ein Geschenk.
63:12Du kannst das auch teilweise beeinflussen
63:14mit deinem Erfahrungsschätzen, die du da hattest.
63:17Die sind dann damit eingeflossen.
63:19Aber würdest du sagen, dass 1993?
63:2192, ja.
63:23Oder sagen wir mal so, in den 90er-Jahren,
63:25dass da einfach auch noch nicht so der Fokus auf die Möglichkeit
63:28noch nicht da waren.
63:29Also, hat man da noch nicht so gedacht,
63:31wir müssen irgendwie was für behinderte Menschen tun,
63:33dass dies besser, ein behinderter Mensch kann ja heutzutage
63:35besser im Alltag umgehen wie 1995, sagen wir mal, oder?
63:40Also, ja, ich sag mal,
63:44im Hinblick auf die Hilfsmittelsituation, auf jeden Fall auch.
63:48Die Technik ist besser geworden.
63:50Ja, was aber aus meiner Sicht vor allen Dingen entscheidend ist,
63:53das ist die Tatsache, dass sich auch
63:57mit der Gesellschaft was getan hat.
64:00Also, die sind jetzt noch nicht da, wo wir sie haben wollen,
64:03als Rangruppe der behinderten Menschen.
64:05Aber das ganze Inklusionsthema, das geht schleppen voran,
64:09aber es passiert schon was.
64:11Es sind jetzt nicht nur diese baulichen Veränderungen
64:14auch hier bei uns im Ort oder so,
64:16dass da jetzt an den Bushaltestellen einfach überall,
64:19dass die angehoben werden, du kannst ebenerdig in den Bus reinfahren.
64:22Das ist ja auch wichtig, diese ganzen Themen.
64:24Aber hängen wir da noch hinterher?
64:27Ich würde jetzt nicht sagen, dass wir da so groß hinterherhängen.
64:30Es gibt ja einfach auch Bauwerke, die darfst du gar nicht umbauen.
64:34Oder die kannst du nicht so leicht umbauen,
64:36weil sie halt einfach denkbar geschützt sind und so weiter.
64:38Wenn wir jetzt einen Aufzug gehabt,
64:39wäre das ja mit der Aufnahme schwierig gewesen, oder?
64:42Hätte man es halt aufs Feld gehockt oder in meinen Bus oder so was?
64:45Also, wir waren noch bei einer Blutvergiftung vorhin.
64:47Das möchte ich nicht ganz, da war ja auch irgendwas,
64:49was du erzählt hast, da können wir gleich noch drauf nehmen.
64:51Auf jeden Fall.
64:53Ich habe noch eine andere Frage, die mich gerade mit dem Kontext noch interessiert.
64:55Statistisch gesehen, gibt es mehr oder weniger behinderte
65:00als vor 10, 20, 30 Jahren?
65:03Wie viele Prozent einer Gesellschaft behindert in Anführungszeichen sind?
65:08Kann ich dir nix drüber sagen.
65:10Ich kenne solche Zahlen gar nicht.
65:11Ich frage es ja auch, wo fängt eine Behinderung an, ne?
65:13Ja, da haben wir ja mehr behindert, als man glaubt, heute.
65:17Das fängt in Berlin an.
65:19Ich sage, das war mein kleines Polit.
65:22Dann noch was cooles.
65:24So Blutvergiftung.
65:26Was war denn da bei dieser Blutvergiftung?
65:29Das war jetzt noch nichts zu ändern.
65:31Das Ergebnis, das Produkt der Tatsache,
65:33ich habe einfach Vollgas gegeben über meine Ressourcen hinaus,
65:37war dann mit Sunrise Medical noch auf der internationalen Reha-Messe in Düsseldorf.
65:42Danach war ich krank, hatte eine Grippe,
65:44und habe aber da schon gemerkt, oh, scheiße,
65:46da ist irgendwie so eine kleine Beule am Sitzbein, da unten.
65:49Irgendwas ist da so nicht normal.
65:51Es war eine Entzündung, die aber auch keine Schmerzen mit sich brachte.
65:54Es war auch ein bisschen heimtückisch, die ganze Sache da her.
65:57Und dann lag ich so eine ganze Woche im Bett wegen der Grippe.
66:00Ich war völlig am Ende her.
66:02Und dann irgendwann wurde es immer größer.
66:07Es ist angeschwollt, nicht mehr größer, ist guter, noch warm.
66:10Ich hatte aber gar keine Erfahrung damit.
66:13Ich hatte keine Schmerzen.
66:15Ich hatte einfach nur 40 Fieber.
66:17Dann habe ich gedacht, es geht hoch und runter, es ist ein Virus,
66:20es kommt schon von der scheiße Kältung.
66:22Diese Erkältung hat das natürlich noch alles schön verteilt im ganzen Körper.
66:26Und dann kam halt irgendwann die Nacht,
66:28in der ich dann am Vorabend schon nichts mehr essen, nichts mehr trinken konnte,
66:31weil mein Körper komplett zugemacht hat.
66:34Und meine Frau dann gesagt dazu, also weißt du was,
66:37ich meine, du bist zwar irgendwie hart im Nehmen,
66:39aber das reicht mir jetzt, das ist Schluss jetzt.
66:43Also im Grunde hat sie mir eigentlich das Leben gerettet,
66:45weil ich hätte wahrscheinlich doch die Nacht da gelegen
66:47und jetzt irgendwie durchgedrückt
66:49und wahrscheinlich wäre ich aber nicht mehr aufgewacht
66:51an dem Abend, an dem Morgen.
66:54Ich bin dann halt nachts ins Krankenhaus mit dem RTV so.
66:56Da ging es mir dann gar nicht so schlecht.
66:58Also ich habe jetzt nichts gefühlt gehabt, dass ich jetzt sterbe.
67:00Und dann war ich da im Klinikum, bin ich angekommen in der Notaufnahme
67:03und dann war schon so eine mittlere Panikma dran.
67:05Die waren dann schnell.
67:08Aber warum? Weil du die Einschränkung hast,
67:10würdest du sagen, dass dein Körper generell mit so was
67:12auch ein bisschen schlechter umgehen kann?
67:14Das war ja so ein Eingangs meiner Frage.
67:16Nein, würde ich nicht sagen.
67:19Wir hatten es vorhin über das Abnehmen.
67:21Mich interessiert zum Beispiel, wo liegt dein Kalorienbedarf?
67:23Bei uns beiden?
67:25Mit Beinen oder ist er bei dir halbiert?
67:28Ich weiß nicht, ob er halbiert ist.
67:30Aber ich meine, ich habe ja schon eine Körpermasse irgendwie.
67:33Und der ganze Body muss ja auch versorgt werden.
67:35Also ich schätze mit Beinen, in dem Start aus wie du aussiehst,
67:38wird es bestimmt noch mal 120 Kilo wiegen, bei 2,4 m.
67:42Wie mein Mann heimsagt, so ein richtiger Wäscher.
67:46Ja, aber ich habe das letzte Mal mit 11 gewogen.
67:50Ich habe jetzt 107.
67:52Ich kriege zweistellig irgendwie nicht mehr hin.
67:54Ich kann essen, was ich will, ich nehme einfach nicht ab.
67:56Auf alle Fälle hast du...
67:57Das ist ein anderes Thema, okay.
67:58Ich esse halt auch gerne.
68:00Also dieser Luxuskörper ist halt auch entstanden, weil ich liebe einfach Essen.
68:03Ich glaube, das geht dir auch so.
68:04Also du würdest sagen, du hast jetzt durch diesen Unfall auch körperlich,
68:06stoffwechseltechnisch gar keine Einschränkung.
68:09Funktioniert genauso?
68:10Nee, also als ich noch 20 war und so was,
68:13da habe ich den ganzen normalen Stoffwechsel gehabt.
68:15Da bin ich mal 3 Stunden Fahrrad gefahren,
68:17danach sah ich wieder aus wie ein Adonis.
68:19Also das ist alles...
68:21Ich hatte damals auch ein 53er Oberammer.
68:23Das war schon amtlich.
68:25Mit der mauer Oberschein gelahmessen.
68:27Also, nee, das sitzt auch mit dem Alter und so weiter.
68:32Ja, gut, und ich sitze halt auch den ganzen Tag.
68:34Ich muss schon gucken, was ich esse.
68:37Also sonst hast du halt schon einen Hüft-Gold.
68:40Aber kompensierst du natürlich halt durch die Armbewegung?
68:43Ja, aber ich muss da schon mehr machen auch.
68:45Also, weil auch diese ganze normale Bewegung im Rollstuhl,
68:48wenn du dich jetzt sofort bewegst,
68:50du brauchst jetzt nicht glauben, dass das irgendwie super anstrengend ist.
68:53Das ist für mich standgarst.
68:54Für dich nicht mehr?
68:55Das ist für mich standgarst, schon seit Jahrzehnten.
68:57Also, wenn du dich dann in der Karre bewegst und so was,
68:59das ist alles ganz normaler.
69:01So Balancieren da drauf, haben wir als Zivildienstleister immer gemacht.
69:04Das können meine Kinder schon.
69:05Ja, die räubern auch immer wieder die Rollstühle.
69:07Ich habe ja mehrere zu Hause.
69:09Und manchmal fahren wir auch zu dritt.
69:12So auf dem Hinterrad quasi, klar.
69:14Logisch mit deiner Hand und so.
69:15Das haben wir als Zivildienstleister im E-Stift in Darmstadt.
69:17Das ist ja schon 100 Jahre hergefühlt.
69:19Und dann hatten wir dann irgendwie in der Nachtschicht so ein Battle.
69:21Das gab unterirdisch, gab es einen Tunnel,
69:24der von der Einstation zu C1 geführt hat.
69:26So ein Kilometer gewesen sein.
69:28Und da quasi die Competition in einer gewissen Zeit
69:30nur auf den Hinterrädern mit Aufzug benutzen und so.
69:32Ich habe irgendwann so drauf gehabt,
69:35dass ich nur auf den Hinterrädern zu vereint habe.
69:37Echt so ein bisschen skurril.
69:39Das war dann so irgendwie der Zeitvertreib.
69:41Wenn keiner gestorben ist, hat es nichts zu tun.
69:43Ja, was haben wir noch für Teele?
69:45Oder bist du als Mensch schmerzresistente?
69:50Also du hast ja so viel durchgemacht.
69:52Also wenn du dich jetzt schreitest,
69:54tut dir das vielleicht weniger weh als jemand anderem.
69:56Kannst du mit Schmerz besser umgehen wahrscheinlich?
69:59Also das würde ich jetzt erstmal bestätigen.
70:02Also die Schwelle, an der ich jetzt irgendwie die Augen verdrehe,
70:04ist mit Sicherheit höher als bei anderen Menschen.
70:07Das liegt natürlich auch daran,
70:09dass ich auch immer wieder mal Schmerzen habe.
70:11Das sind jetzt in dem Fall halt vorzugsweise Phantomschmerzen.
70:14Also Schmerzen, die kommen, weil Gliedmaßen fehlen.
70:19Das kennt man ja von den Großeltern aus dem Krieg oder so was.
70:22Ich fühle das alles noch krach.
70:24Stimmt, das ist ja so, wenn man sein Bein oder ein Arm verliert,
70:26hat man dein Kopf, denkt er ist noch da.
70:28Ist das immer noch so?
70:29Ja, das ist immer noch so.
70:31Die ganzen Sindapsungen sind ja quasi geschlossen und irgendwo.
70:34Ich habe gerade gefragt, denkst du manchmal,
70:36ich muss mal wieder Fußnägel schneiden?
70:38Ist sowas auch noch irgendwie vorhanden?
70:40Nee, das ist jetzt nicht.
70:42Man fühlt zum Beispiel wie man, wenn man Barfuß über Wiese läuft
70:48oder durch Sand oder so was,
70:50wenn man so die Zähnen in den Sand eingrebt und so was.
70:52Das weiß ich noch ganz genau, wie es sich anfühlt.
70:54Hast du mal so einen Rad mit einem Deichmann reingefahren?
70:56Ein Deichmann? Ja, klar, für meine Prothese damals.
71:00Scheiße.
71:02Oder Foodlocker oder irgendetwas.
71:04Ja, klar, war ich da.
71:06Das ist auch ein interessantes Kapitel, weil ich sage ja,
71:08heute von mir, ich habe durchaus auch noch ein Schuhgeschmack
71:11und das fühlte mir an, dass der nicht schlecht ist.
71:14Ich gehe auch in meiner Frau Schuh kaufen zum Beispiel.
71:17Und das mache ich auch gerne mit meinen Kindern.
71:19Also ich habe da schon noch ein ästhetisches Befuß.
71:22Das ist ganz normal.
71:24Manchmal denke ich mir auch wirklich,
71:27aber jetzt ohne mich in die Ecke zu stellen und zu heulen,
71:30denke ich mir so, Alter, das ist eine richtig geile Schuhe.
71:32Mein Freund Max zum Beispiel, das ist auch eigentlich,
71:34würde ich ja schon fast sagen, so ein Schuhfettichist.
71:36Also er hat wahrscheinlich mehr Schuhe als seine Frau zu Hause.
71:39Und viele weiße Schuhe.
71:42Ich liebe weiße Schuhe.
71:44Geht auch.
71:46Ich weiß nicht, ob du vorhin den Titel gesagt hast.
71:48Wie heißt dein drittes Buch?
71:50Nein, habe ich noch nicht gesagt.
71:53Das dritte Buch heißt Pocke und das halbe Glück.
71:56Pocke.
71:58Pocke heißt eigentlich Paul.
72:00Wurde aber von seinen Freunden Pocke genannt,
72:02weil er so viele Pekel im Gesicht hatte.
72:06Okay.
72:08Das ist auch teilweise begründet in der wahren Geschichte.
72:12Das war sich da geschrieben.
72:14Ist das ein Freund von dir?
72:16Das war ein Freund, ein ganz wichtiger.
72:18Nicht, weil er tot ist.
72:21Sondern weil wir uns aus den Augen verloren haben.
72:23Das war ein Freund im Reha-Zentrum damals,
72:25ganz am Anfang.
72:27Das war einer, der war so diagonal amputiert.
72:29Der hatte auf der einen Seite nur einen Arm
72:32und auf der anderen Seite eben...
72:34Bein weg und da Arm weg.
72:36Das Buch könnte heißen, lieber Arm dran als Arm ab.
72:39Ja, oder keine Arme, keine Kekse oder so.
72:43Ich hoffe, ihr könnt hier keinen Hate,
72:45wenn wir das mit so ein bisschen Humor alles nehmen.
72:48Nein, damit können wir aber umgehen, das ist kein Problem.
72:50Ich glaube, dass das auch wichtig ist heutzutage.
72:52Oder dass man nicht so dieses, du Armer, du Armer.
72:54Ich habe halt wenig Berührung.
72:56Das muss du mir jetzt sagen.
72:59Ich hoffe nur, es soll kein Disrespect an Menschen sein,
73:01die eine Einschränkung haben.
73:03Das hat damit auch aus meiner Sicht überhaupt nichts zu tun.
73:05Die einarmige Prinzessin?
73:07Ich kann den einarmigen Mann dicken.
73:09Nein.
73:11Nein, nein, nein.
73:14Die einarmige Prinzessin ist, die Gina Ruhle heißt, glaub ich.
73:17Das ist auch eine Influencerin, die hat nur einen Arm.
73:20Die hat ihren anderen Arm bei einem Motorradunfall verloren.
73:23Gut, ich meine, die ist auch...
73:25Erst mal eine Mega-Fackel.
73:28Superattraktiv, megageile Ausstrahlung.
73:31Könnt ihr mal bei Instagram gucken.
73:34Ja, genau.
73:36Ich habe die auch, ich verfolge die auch.
73:38Die verfolgt mich Gott sei Dank auch.
73:40Ich bin so dankbar, dass sie mich verfolgt.
73:43Obwohl ich ja nicht so viel mache wie sie.
73:45Aber die ist halt einfach so die inklusive Influencerin.
73:48Und die kriegt auch immer wieder Held.
73:50Weil die steht halt auch mit beiden Beinen im Leben.
73:53Weil sie auch noch beide Beine hat.
73:56Und die ist halt auch so ein Autofan.
73:59Ja, so Audi-Fan und so.
74:01Ich fahre zwar im Moment keinen, aber ich hatte auch mal richtig geile Audis.
74:05Und die hat sich jetzt, glaube ich, ein RS3 oder so was gekauft.
74:10Oder hat sie ihn bekommen, keine Ahnung.
74:12Wahrscheinlich hat sie sich den kaufen müssen.
74:15Hast du denn damit dein Telefon während aufgenommen?
74:17Wir haben noch ein paar Sachen aufgeschrieben.
74:19Ja, lass ihn mal gucken.
74:21Auf jeden Fall kriegt die halt auf.
74:23Die hat auch auf der einen Seite so einen richtig geilen,
74:27so eine Carbon-Protese, so ein Carbonarm.
74:29So eine Funktion einprogrammiert.
74:31Finde ich halt auch saugeil.
74:33Und ich mein, abgesehen davon,
74:35dass jeder Mensch mit einem Handicap natürlich auch solche Witze machen darf.
74:39Das legitimiert ihn auf jeden Fall.
74:42Finde ich aber auch, dass, wenn das eine gewisse Stufe nicht überschreitet,
74:46dass es auch andere Menschen machen können.
74:48Weil das zeigt ja im Grunde auch nur,
74:50das hat ja erstmal gar nichts mit einem fehlenden Respekt gegenüber dieser Person zu tun.
74:54Sondern vielleicht einfach auch nur mit der Tatsache,
74:56dass man damit kein Problem hat, wenn jemand anders ist.
75:00Ist doch auch lustig, den anderen ein bisschen aufzuziehen
75:03mit seiner Schwäche oder...
75:05Man muss halt einfach wissen und auch spüren,
75:07dass es quasi noch so ein Stück liebevolles Hilde hält.
75:10Meine beste Freundin greift mir auch an die Hüfte und sagt,
75:13da ist sie immer am Schluss.
75:15Ich dachte, sie greift sich an die Coronas.
75:17Das wäre wohl...
75:19Ja, das gehört irgendwie bei einer Freundschaft oder so.
75:21Und bei der menschlichen Interaktion auch dazu,
75:24sich manchmal liebevoll ein bisschen zu foppen
75:26so wie man halt ist.
75:28Ja gut, das hat ja im Grunde mit übertragenen Sinn,
75:30auch was damit zu tun, dass sie sich auch um dich kümmert,
75:32weil du ihr nicht egal bist.
75:34Ihr Kollege, das haben wir mal an drei Schnitzel zuviel gegessen.
75:37Ihr werdet mal mit einer kleinen Runde um den Wald.
75:40Ja, das sagen meine Freunde mir aber auch.
75:42Aber du bist da komplett resistent, oder?
75:44Ich bin da... Ja gut, ich habe vor zwei,
75:46fast drei Jahren aufgehört zu rauchen
75:49und hab dann irgendwie acht Kilo zugenommen
75:51und irgendwie...
75:53Ich habe jetzt auch festgestellt,
75:55schwierig.
75:57Silvio, lass dich doch nicht so eng.
75:59Mach doch was aus, eigentlich.
76:01Zu diesem Thema will ich auch was sagen.
76:03Wenn ich meinen Bauch jetzt angucke nach dem Gespräch mit dir,
76:05denke ich mir, ich bestelle mir jetzt auch gleich ein Schnitzel.
76:08Ich muss jetzt erst mal was essen.
76:10Gibt es dann so was wie eine Tour von dir, die man sehen kann?
76:13Oder irgendwie...
76:15Gibt es irgendwas, wo man sagt, da kann man dich buchen?
76:17Wann kommst du? Was ist so dein Produkt?
76:20Wir haben auch immer darüber gesprochen,
76:22wir haben eine kleine Idee gemeinsam.
76:24Das werden alle erfahren,
76:26wenn sie uns auf unseren Kanälen weiter verfolgen.
76:28Genau.
76:29Da gehen wir hinterher.
76:32Man kann mich natürlich auch live sehen.
76:34Ich bin immer wieder mal an dem einen oder anderen Ort
76:37für eine Lesung, für eine Lesung mit Musik,
76:39für ein Speech, also für kleine Ansprache.
76:42Natürlich ist das alles irgendwie motivierend, lustig
76:46und vielleicht auch irgendwie sinnlich.
76:48Oder es kommt darauf an, wie der Kunde, der mich da bucht,
76:51das auch haben will.
76:53Ich sage immer, mein Körper ist käuflich.
76:55Du hast vorhin so gesagt, es gibt so manchmal,
76:57wenn du dann sprichst, so zwei, drei Fragen, die man sich stellt,
77:01die einen zum Nachtdeben.
77:02Könnte es geben, das liegt an der Person, die es hört.
77:05Kannst du uns mal Fragen stellen oder unseren Zuhörer zuschauen?
77:08Zum Beispiel, wenn man das jetzt alles so gehört hat,
77:10die Frage könnte einem einfallen.
77:14Könnte es sein, dass ich mich über die Tage irgendwie
77:18immer wieder mal zu sehr mit meinen Problemen beschäftige.
77:22Wie groß sind die Probleme, die ich da habe?
77:24Ist das überhaupt ein Problem?
77:26Sollte ich das einfach mit Charme mal in die Hosentasche stecken?
77:29Warum reg ich mich auf, dass der Postbote die Zeitung schon wieder so komisch
77:33und den tollen Briss hast und reingekühlt hat?
77:36Es gibt ja so liebenswerte deutsche Anwaltungen,
77:38da kann das ja passieren.
77:40Wenn du dich immer wieder mal darauf runterbrichst,
77:43was wirklich, wirklich wichtig ist in deinem Leben,
77:48hatten wir ja vorher auch schon Kinder, Familie, Gesundheit,
77:51vielleicht ein bisschen Wohlstand,
77:53oder dass du einfach in der Grundgeschwindigkeit
77:56das hast, was du für dein glückliches Leben brauchst.
77:59Fährst einmal schön im Urlaub und so,
78:02das muss ja nicht drei, vier Mal sein.
78:04Wer kann sich das heute noch leisten?
78:06Ich kann es nicht.
78:08Es kann so was sein, wie geil ist das,
78:10dass ich heute auf meinem Rennbike sitze.
78:13Das könnte ich heute auch noch machen.
78:15Es gibt jeden Tag auch so viele Ideen,
78:17so lange ist der Tag gar nicht, das ist mein Problem.
78:20Eigentlich ist mein Problem sogar,
78:22dass mein Leben heute schon mit fast 50,
78:25gar nicht mehr lang genug ist,
78:28um alles zu machen, was ich gerne noch machen würde.
78:31Das heißt, so eine natürliche Selektion hat für mich schon lange begonnen.
78:35Das ist ja irgendwie auch dramatisch.
78:37Dann gibt Gas, Junge, dann mach weiter so.
78:40Also wenn hier ein Gas gibt,
78:43das mache ich schon, absolut.
78:45Aber trotzdem muss man immer wieder überlegen,
78:49mache ich jetzt dieses oder das andere,
78:51oder verdiene ich mir jetzt noch die 3,50 Euro dazu?
78:54Oder gehe ich vielleicht heute mit meinen Kindern
78:56einfach mal ohne Handy in den Wald oder zur Eisdiele?
78:59Und lass einfach mal alles auf mich wirken, was da so kommt.
79:03Aber findest du nicht auch,
79:05die Zeit ist so verdammt schnell und informativ geworden,
79:08dass man sich selber ausbremsen muss?
79:10Wie kannst du so gut, ich hab ja eigentlich oft gute Laune,
79:13ich bin manchmal auch ein bisschen Down-Lars, weiß das.
79:16Aber in der aktuellen Zeit, nach Epstein-Pfalz,
79:20nach diesen ganzen Kriegsthematiken,
79:22fragen mich dann schon der eine oder andere,
79:24der sich extrem damit beschäftigt und auch sehr reinsteigert,
79:27wie kannst du noch so gute Laune haben?
79:29Und die sagen, mein Tag wird ja einfach nur schlechter.
79:33Ich guck und dem Horizont, den ich beeinflussen kann,
79:36das sind meine Freunde, meine Familie.
79:38Aber der sagt das auch.
79:40Wir haben im Moment eine schwierige Zeit in unserem Land,
79:43in verschiedenen Ebenen und so weiter.
79:45Wie hat der Horst Schlemmer so schön gesagt,
79:48jetzt im Trailer für seinen neuen Film?
79:50Deutschland hat Rücken, aber ihr mir Sicht.
79:53Aber das war aber auch original.
79:55Du könntest auch Schlemmer wirklich synchronisieren.
79:58Ja, ich bin auch ein riesengroßer Harpekerkeling-Fan.
80:02Das ist einer der wenigen, die mir noch fehlen,
80:05um ihm mal persönlich zu treffen.
80:07Harpe, jetzt hast du die Chance.
80:09Harpe ist einfach ein ganz geiler Typ.
80:11Mega geil.
80:13Ja gut, und was wollte ich jetzt eigentlich sagen, verdammte Scheiße?
80:17Du wolltest jetzt sagen, wie kann man es schaffen,
80:20dass man sich nicht so sehr mit negativen Sachen beschäftigt,
80:23dir auf einen einprasseln?
80:25Du machst dein Handy auf, guckst an Instagram, TikTok, whatever,
80:29und schon BAM, und hier krieg und da die Welt geht,
80:33und da alles schlimm.
80:35Selbst.
80:37Da hat mir mal jemand erzählt, das fand ich ganz toll,
80:40sich selber einfach eine bestimmte Dosis an Informationen zuzuführen,
80:44aber auch nur das am Tag.
80:47Und mehr nicht.
80:50Damit fängt es schon an.
80:52Du gehst einfach morgens dahin, guckst, was gibt es Neues in der Welt?
80:56Guckst du es vielleicht einmal an, hier und dort?
80:59Was macht die Börse? Was macht die Politik?
81:03Die Dosis reicht im Übermaß.
81:05Und Traction hast du einfach nie, gewisse Sachen guckst du dir nicht an,
81:08weil jetzt macht dich nur kaputt.
81:10Genau, und das heißt im Grunde, du musst dich einfach mehr
81:14auf deinen Mikrokosmos konzentrieren.
81:16Auf all die, die direkt in deiner Umgebung sind,
81:19nicht nur die Familie, sondern auch deiner Geschäftspartner
81:22und so weiter, mit denen du einfach zu tun hast, die du brauchst,
81:26um so gut weiterzumachen und so weiter.
81:29Hast du gerade gesehen, wie schattig das wurde?
81:32Ja, ich habe mich noch beworben für so eine Filmszähne,
81:35wo jemand das mehr geteilt hat.
81:41Und hast du denn etwas auf deiner Liste, lieber Silvio,
81:45oder irgendwas noch dabei?
81:47Ich frage mich die ganze Zeit, also man kann mich jetzt echt steinigen.
81:50Du hast ja dieses Skript hier vorbereitet.
81:52Was ist denn eigentlich Resilienz?
81:54Ja, das möchte ich jetzt ganz gerne mal von meinen heutigen
81:58Gastgebern erfahren. Was ist denn eigentlich Resilienz?
82:01Das ist jetzt eine sehr bloßstellende Frage,
82:03weil ich glaube, ich nicht direkt beantworten kann,
82:05aber ich kann sagen, Resilienz ist eigentlich die Widerstandsfähigkeit.
82:09Mit den Dingen so umzugehen, wie sie sind.
82:11Das wollte ich auch gerade sagen.
82:14Danke Flo, lag mir auch auf der Zunge.
82:17Jetzt ist die Frage, wie kann man eine solche Resilienz erlangen,
82:21die ich bis heute einfach so in mir habe.
82:25Ja gut, wie kann man das schaffen?
82:27Ich glaube, das hat verschiedene Ursprünge.
82:30Also erst mal ist es so, dass ich natürlich 1976
82:34in Frankfurt am Main als Frankfurter Pop-Würstchen als Hesse,
82:40als Abel-Woy-Hass geboren wurde und einfach schon so fröhlich war.
82:46So fing das schon mal an.
82:48Meine Eltern, beide groß gewachsen, powervolle Menschen,
82:51meine Mutter aus Norddeutschland, der Vater eher aus dem Fränkischen,
82:54ohne Dialekt.
82:56Aber Fränkische und dann Norddeutschland,
82:58wie haben die sich in Frankfurt getroffen, um dich zu zeugen?
83:02Keine Ahnung.
83:04Ich glaube, die Zeugung an sich fand auch auf dem Meer vor Jugoslawien statt.
83:08Aber wollen wir nicht näher drauf eingehen.
83:11Auf jeden Fall, nee, das war schon mal eine gute Grundvoraussetzung.
83:15Bühne des Elternhauses, Geschwister, mit denen man einfach die Gang war.
83:20Ich bin ja hier Powerchaften weiter in Schaugehausen aufgewachsen.
83:24Ich bin ein Georgenhäusender, Kind eigentlich auch.
83:27Wenn man Bikes ist da, glaube ich.
83:29Nee, die sind in Gundernhausen.
83:32Aber ich spiel keine Rolle, da ist auch nichts los.
83:35Hier in Rostauf, da steppt ja schon noch der Bär.
83:38Obwohl an Gundernhausen, naja, ein bisschen was.
83:41Aber sagen wir ehrlich, Umstadt ist doch immer noch das Masterliebige.
83:45Liebigusagen, Gundernhäusen, umstatt,
83:48mit eurem Weinfest, da war ich auch mal beim Weinwelleradien.
83:51Aber ich finde einfach generell, wir wohnen ja in Rige.
83:54Wir fühlen uns da sauwohl.
83:56Die Umstädter sagen, du gehörst nicht zu Umstadt.
83:59Aber wir lieben, wir waren vorhin in Dieburg gewesen,
84:02da ist ja auch der Hund begraben, da gibt's ein paar.
84:06Aber Großumstadt vergisst du immer auf dem Marktplatz,
84:09du triffst Leute, Weinchen trinken.
84:11Da gibt's Wein, lokal auch eine gute Gastro.
84:14Sag mir mal einen Ort im Umkreis, wo noch eine gute Gastro ist.
84:18Ich will mich nicht unbeliebt machen.
84:21Aber in Darmstadt gibt's auch noch hier und da gute Gastro.
84:24Das ist aber auch ein Scham.
84:26Du hast doch eine Art...
84:28Die hat's verdient.
84:30Sogar ich stehe ein bisschen auf dich.
84:33Hat sie ein Restaurant?
84:35Ja.
84:37Sie hat in der Tat die beste Pizzeri in meiner Kindermasse.
84:41Die Pizzeri?
84:43Ja, die sagen immer Pizzeri und Döneri.
84:47Jetzt hab ich den Namen verraten.
84:49Ich wollte meine Pizzerier irgendwann haben.
84:52Ich wollte meine Pizzerier auf die Pizzerrei nennen.
84:55Aber die Pizzeria Roma in Martinsviertel, in der Gardistenstraße.
84:59Da war ich schon, das ist gut.
85:01Ich bin für jeden Tipp dankbar.
85:04Schrat dir das mal auf.
85:06Nein, wir haben einen Zeitwerk.
85:08Ich hab mit meinen drei besten Freunden die Gruppe,
85:11die Gaumenfreunde.
85:13Das ist die erste Gruppe, die du canceln willst,
85:17wenn du Gewicht verlieren willst.
85:19Du musst gründen.
85:21In dieser stressigen Zeit kommen soziale Kontakte
85:24mit den engen Homies sehr cool.
85:26Irgendwann haben wir damit angefangen, dass wir gesagt haben,
85:30jeder sucht abwechselnd einmal im Monat ein Restaurant seiner Wahl raus.
85:36Da treffen wir uns.
85:38Man muss auch die anderen einladen.
85:40Man muss die nicht einladen.
85:42Ich hab die geilsten Restaurants im Umkreis kennengelernt.
85:46Man muss neue Küchen kennen, neue Möglichkeiten.
85:49Die Pizzeria Roma in Darmstadt sollte ziemlich weit oben stehen.
85:54Die hab ich mir jetzt auch notiert.
85:56Vor allem jetzt, wenn die Außengastronomie ist wieder geöffnet.
86:00Das ist einfach richtig nett da.
86:02Ich meld mich bei dir.
86:04Ich geh da mit.
86:07Ich will da eine 10 von 10 abstauben.
86:09Nach einem Jahr wird dann der,
86:11der die meisten Punkte,
86:13die man in Darmstadt besucht hat.
86:15Dann wird derjenige auch eingeladen.
86:17Er hat letztes Jahr Elia in Frankfurt, der beste Grieche,
86:22wo ich in meinem ganzen Leben war.
86:24Wer wird eingeladen?
86:26Der Gewinner, der das vorgeschlagen hat, wird eingeladen.
86:30Der ist quasi von meinem Freund.
86:32Wenn das so weit schweifen wird.
86:35Ich bin sehr selbstbewusst, dass es so weit kommen kann.
86:39Dann möchte ich aber, dass die Sarah mit am Tisch sitzt.
86:43Das ist einfach eine Bereicherung.
86:45Kannst du ein Tischklammer für uns?
86:47Soviel VIP-mäßig.
86:50Bei Gastro haben wir jetzt Zeit.
86:52Man kann ja mal spoilern.
86:54Wir haben die Jungs vom Farmerhaus in Großumstadt.
86:57Ist das barrierefrei?
86:59Das müsste ich mal fragen.
87:02Wir gehen einen Tag vorher da essen.
87:04Ich liebe dieses Restaurant.
87:06Es ist jetzt auch sehr gehobene Gastronomie in den Weinberg.
87:10Man muss sich ab, ob es barrierefrei ist.
87:13Das Wichtigste bei solchen Fragen ist auch die Toilette zugänglich.
87:17Sonst macht es gar keinen Spaß.
87:20Wenn ich reinkomme, kann ich voll laufen lassen und voll fressen.
87:24Dann kann ich das nicht mehr wegbringen.
87:27Das löst schon Stress aus.
87:29Das ist bei mir ein absolutes No-Go.
87:31Schon gar nicht, nachdem ich das zweite Buch geschrieben hatte.
87:36Deutschland, ein Rollstuhlmärchen.
87:38Das ist jetzt gerade in unserem Land.
87:40Wenn man ein Handicap hat, wie kommt man da zurecht?
87:43Was ist ganz gut und was müssen wir noch ein bisschen nacharbeiten?
87:47Das habe ich seit 2011 komplett gelassen.
87:50Ich habe auch keine Schiebegriffe an meinem Rollstuhl.
87:54Das hat Eitelkeitsgründe, weil es einfach scheiße aussieht für mich.
87:58Ach, ein Schiebegriff ist der, der dich dahinten...
88:01Mich schiebt überhaupt niemand.
88:03Das war in die Ecke, weil er mich nicht leiden kann.
88:06Man kann an der Hand hochziehen, dann geht es noch.
88:09Ich habe mich früher, als ich noch ganz wild war,
88:13in der Party-Szene in Heidelberg und Mannheim unterwegs.
88:16Ich habe mich in Kellerklubs runtergeschleppen lassen.
88:19Von diesen Wäschern an der Tür.
88:21Das mache ich auch nicht mehr.
88:23Aber da wollte ich auch runter.
88:26Ich wollte mir nichts entgehen lassen.
88:29Lieber Flo, darfst du diesen Podcast heute schließen?
88:33Ich könnte noch ewig weitermachen.
88:36Ich wollte dich aber nicht unterbrechen.
88:38Ich bin wirklich sehr inspiriert von dir.
88:40Mich würde das Thema abstehenden Resilienz interessieren.
88:43Was würdest du unseren Hörer mitgeben?
88:45Wie kann man Resilienz für sich generieren?
88:50Mit meiner fast unerschöpflichen Erfahrung.
88:54Meine bald 50 Jahre dauert noch ein bisschen.
88:57Wir warten auf die Einladung, Flo.
89:00Ich würde sagen, es hat natürlich...
89:03Es hat etwas mit der Fürsorge für dich zu tun.
89:06Mit der Zeit für dich selber, mit dieser Meet-Time.
89:09Wie viele darüber reden.
89:12Du musst Zeit für dich selber haben.
89:14Du musst damit deinen Selbstwert gefühlt, dein Selbstbewusstsein füttern.
89:18Kannst dir auch durch verschiedene Aktionen.
89:21Es kann auch durch sportliche Events sein.
89:23Ich möchte mal einen Halbmarathon laufen.
89:26Es muss ja nicht eine Bestzeit sein.
89:28Hauptsache, du kommst da an.
89:30Du bist deine eigene Messlatte.
89:32Du kannst einfach eine Stunde im Wald spazieren.
89:35Atmest die Luft ein und hörst Tiere da.
89:38Und es ist ganz bewusst.
89:41Kein Handy, keine Mucke, die dich da versäuert.
89:44Es kann eine Möglichkeit sein.
89:46Man muss alle wichtigen Menschen pflegen.
89:49Alle Beziehungen pflegen und hegen.
89:52Die einen am Leben halten.
89:56Weil alleine keiner von uns da draußen kann.
89:59Darauf kommt es an.
90:01Ich glaube, sich wieder auf die Kernthemen zu konzentrieren.
90:05Wir haben alle Familie.
90:07Das ist für uns das Allerwichtigste gut.
90:09Parallel dazu sind wir alle Unternehmer.
90:12Wir müssen das mit unserem Team-Building etc.
90:15Wir wollen die Leute auch mitnehmen.
90:18Wenn du es privat nicht kannst, kannst du dich aufhalten.
90:21Wenn du es für dich selbst schon nicht kannst,
90:24kannst du es auch nicht erklären.
90:27Man kann es auch deinen Azubis nicht erklären,
90:30wie du eine Wand anlegst.
90:32Das sind alles so Sachen.
90:34Man muss sich einfach selbst darum kümmern.
90:38Manchmal machen dich Situationen auch resägenter.
90:42Aber natürlich auch nur deswegen, weil ich mich dafür entschieden habe.
90:46Weil ich gesagt habe,
90:48vielleicht nicht bewusst gesagt, aber weil ich mich dazu entschlossen habe,
90:52meine Energie zu einem bestimmten Punkt
90:55in diese Schale zu legen,
90:58weil die Schale der nächste Puzzle steigend ist, um mich weiterzubringen.
91:02Schon drei Worten zusammengefasst annehmen.
91:05Erst mal akzeptieren, dass gewisse Dinge so süß sind.
91:08Das ist schon schwierig und für manche auch nicht.
91:11Dann in die Verantwortung zu gehen, zu sagen,
91:15okay, I take it.
91:17Und jetzt mache ich das Beste daraus.
91:20Mit dem Kartendeck, was mir auf die Hand gegeben ist.
91:23Ich habe gewusst sein, dass wir nur ein irdisches Leben hier unten haben.
91:27Da könnte man jetzt noch abschweifen, weil wer weiß, was danach kommt.
91:31Es kam ja noch keiner zurück und hat gesagt,
91:34Leute, kommt alle rüber, hier ist viel geiler.
91:37Oder vielleicht sind wir auch schon im Himmel und keiner weiß es genau.
91:41Da habe ich auch viel erlebt in der Anfangszeit,
91:44in dieser Woche künstlichem Koma, da habe ich viel geträumt.
91:48Ich habe nach dieser Woche künstlichem Koma gedacht,
91:52das war so die Kommulation.
91:54Das haut er einfach zum Ende noch mal raus.
91:56Ich würde sagen, das schreit nach einer zweiten Folge.
91:59Ja, die können wir gerne machen.
92:02Danke für diese mega, mega geile Zeit.
92:05Alle Zuhörer können ja auch mal in die Kommentare schreiben,
92:08was sie vielleicht von mir oder uns noch hören wollen.
92:11Für diese mögliche zweite Runde.
92:13Es gibt keine Tabus, wenn sie respektvoll sind.
92:17Dann können wir alles besprechen.
92:19Ich freue mich auf heute Nachmittag,
92:21ich freue mich auf morgen, ich freue mich auf nächste Woche.
92:24Man muss sich natürlich auch einfach so mittelfristige Ziele hinstecken.
92:28Es müssen ja jetzt keine Mount Everest-Besteigungen sein.
92:31Ihr freut sich darauf, an dem Kabel wieder rumfummeln zu können.
92:36Das mache ich gleich, ich mache gleich kaputt.
92:39Aber das wirklich an unsere Höhrenden stellt uns gerne eure Fragen
92:42für ein paar zwei.
92:44Ich glaube, du bist ein super inspirierender Mensch.
92:47Eine klasse Persönlichkeit.
92:49Ich liebe deinen Humor, deinen trockenen, teilweise schwarzen Humor.
92:54Ich schätze das wirklich sehr.
92:56Du bist für mich eine absolute Inspiration.
92:58Ich gehe hier auch mit einem ganz anderen Mindset raus aus der Nummer.
93:02Und ich kann nur sagen, danke.
93:04Wo findet man Florian Sitzmann?
93:07Social Media ist der halbe Mann oder Florian Sitzmann?
93:10Florian Sitzmann auf Instagram.
93:12Auf Facebook bin ich auch präsent, aber da mache ich eigentlich nichts.
93:16Meine Webseite gibt es auch noch.
93:18Der Sitzmann.de
93:20Ich bin ja auch sonst so umtriebig.
93:24Ich habe letztes Jahr einen Verein gegründet.
93:26Das kann man auch noch schnell sagen.
93:28Der halbe Mann e.V. kümmert sich komplett gemeinnützig
93:31um Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebenslagen.
93:34Dann haben wir jetzt angefangen.
93:37Nach 20 Jahren karitativer Arbeit in dem Bereich
93:40habe ich jetzt meinen eigenen Verein gegründet mit meinen Freunden.
93:45Es gibt viele Sachen, wo man mir begegnen kann.
93:49Viele Schnittstellen kann es geben.
93:51Wenn du mich draußen im Supermarkt am Gemüsebeet treffst,
93:54sprecht mich an.
93:56Ein cooler Typ, oder?
93:59Vielen Dank für diese mega coole Folge.
94:01Vielen Dank, dass ihr mich eingeladen habt.
94:03Danke, mein Lieber.
94:05Auch an unsere Höhrenden schaltet wieder rein,
94:08wenn es nächstes Mal heißt, Chefgeflüster da.
94:12Wenn ihr das Leben darfst, wer weiß.
94:15Tschau.
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